Aktueller Nachtrag zu meinem Nachtrag

Zitat aus Artikel MOZ vom 03.12.2016 „Straussee hat wenige Zentimeter zugelegt“

“Bürgermeisterin Elke Stadeler führte ein Schreiben aus dem Landesumweltamt an, wonach die Niederschlagsmenge 2013 bis 15 die niedrigste im Dreijahresmittel seit 1963 gewesen sei. Darin sehe das Amt die primäre Ursache für den Wasserschwund im Straussee. Das Schreiben war offenbar die Reaktion auf die Bitte der Stadt um Unterstützung bei der Suche nach Ursachen für den sinkenden Wasserspiegel.”
Zitat Ende

Ohne weitere Worte meinerseits…

Wieder einmal der Straussee – wie schon vor Jahren beschrieben

Es war sie nun da, die seit dem Frühjahr erst latente und im Sommer losgetretene öffentliche Darstellung einiger Akteure in der Strausberger Politiklandschaft – der rapide abgenommene Wasserstand des Straussees.
Daß zu Strausberg auch noch andere Seen und Gewässer gehören, die schon seit Jahren kaum noch oder gar kein Wasser mehr haben, spielt in der Diskussion absolut keine Rolle. Erst sollte es ein externes Gutachten sein, dann doch nicht weil keine Förderung in Sicht und eventuell zu teuer, jetzt sollen Studien von Studenten es machen und belegen was bereits 2009 ausgewiesene Wissenschaftler vom ZALF in Müncheberg in einer Vorstudie belegten. In der gewollten Bereitstellung der Mittel überschlugen sich förmlich einige Fraktionen – 100000 Euro scheinbar kein Problem!!!
Wohl wissend, dass ich als fraktionsloser Stadtverordneter ohne jegliche Ausschussbeteilung in der Diskussion zum Thema in der Stadtverordnetenversammlung von den Aktivisten, die ORB und ZDF ans Seeufer herbei karrten, zum aufgerufenen Thema in der Tagesordnung mehrheitlich und ganz demokratisch quasi “weggeputzt” werde, habe ich eine Erklärung vor Eintritt in die eigentliche Tagesordnung abgegeben.


Erklärung SVV 29.09.2016
Stadtverordneter Jürgen Schmitz / Bürgermeister a.D.

Herr Vorsitzender, Frau Bürgermeisterin,

Meine einige Wochen dauernde Auszeit, wohltuende Entschleunigung, außerhalb von Strausberg brachte es dennoch mit sich, dass eine fast regelmäßige Information zu den politischen Aktionen zum Wasserspiegel des Straussees bis zum Balaton schwappten. Was mir als Außenstehender auffiel war, dass in den Berichten der MOZ und vom TV und Internet lediglich über eine Fraktion berichtet wurde.

Ich frage Sie, meine Damen und Herrn, ganz direkt – lebt jemand von Ihnen länger als 70 Jahre und zwei Monate wie ich in Strausberg? Warum diese Frage?
Ich selbst habe in meinem Leben in den 60iger Jahren zwei Mal diese aktuelle und jetzt zum politischen Alarm stilisierte Situation hautnah erlebt.
Es ist scheinbar auch inwischen ein Thema geworden, um eine Bürgermeisterin nach dem Motto „schaff Wasser ran“ zu treiben,die Gerüchte dazu haben schon mitunter absurden Charakter, oder ist es ein Thema für einen möglichen künftigen Bürgermeister?

Wie war es in den 60igern? Es war die Zeit, als noch die Jahreszeiten real vorhanden waren, kalte und schneereiche Winter, die Alten sagten „6 mal kommt der Frost mit Schnee“, und auch heiße Sommer mit Sonnenregen, Platzregen und ergiebigen Gewittern. Heißer Sommer mit Schöbel und Doerk ist etwas anderes.

Mein Großvater war in dieser damaligen Zeit Rentner-Fährmann mit Patent für die Binnenschifffahrt. Die Fähre setzte im heißen Sommern mit Wassertemperaturen von 22-23 und Tagestemperaturen auch von 30 Grad im Juli/August gut 15-20 Meter bei der Stadtseite auf Sand. Es wurden damals ganz praktisch Holzgestelle vor der Anlegestelle im See hingestellt, über Holzbohlen konnte die Fährgäste dann an Land kommen.
Das geht nach all den heutigen Haftungsgesichtspunkten nicht mehr zu bewerkstelligen. Auch stand neben der Anlegestelle ein kleiner Bagger, wer kennt so etwas noch unter „Himbeerpflücker“, um regelmäßig durch die Fähre angeschwemmten Sand aus der Fährrinne zu nehmen. Heute würden die Umweltschützer dagegen demonstrieren… Und baden sind wir auch gegangen und sind aber erst in den See gesprungen wo das Wasser war!
Die Idee vom Geschäftsführer der Stadtwerke zu Pontons sind aus praktischer Sicht meiner Auffassung nach sehr konkret und für die Zukunft überdenkenswert.

Damals verlief es immer in völliger Unaufgeregheit – es war noch nicht einmal durchs ZK die Situation zu ändern, obwohl das ZK mit Teilen auch in Strausberg heimisch war!

Im April 2010 bieten die Stadtwerke mit dem ssg.Naturwatt® erstmals Ökostrom an. Im Mai, am ersten Arbeitstag der Bürgermeisterin gab es eine Veranstaltung, die zweite Strausberger Energiekonferenz der Stadtwerke auf dem Flugplatz. Prof. Dr. Latif führte über Klimawandel und Erderwärmung aus – „Die Eisschmelze kommt nicht – sie ist schon da.“
Fast alle anwesenden Kommunalpolitiker nickten scheinbar voller Verständnis und zustimmend als er über den Wechsel von Trockenzeiten, Ernteausfällen bis zu Totalausfällen und Starkregenphasen durch die schon vorhandene und weiter zunemender Erderwärmung ausführte.

Was ist von diesen Erkenntnissen bei uns im praktischen Leben noch vorhanden?

Wer die bereits vorliegende Vorstudie zum Straussee genau gelesen und mit den Gegebenheiten des dargestellten Wasser-/ Regeneinzugsgebietes verglichen hat, diese Bereiche mal einfach selbst in Augenschein genommen hat wird festgestellt haben, dass die Hinweise und Berichte in den Medien dass die diesjährige Ernte auch bei uns katastrophal ist stimmt.
Rundum heißt für den Straussee die Umgebung nach Nordost und nach Nord in der Mindestausdehnung 10-15 oder mehr Kilometer. Es fehlte ist in den letzten Jahren der benötigte Regen und Schnee, auch vor allem für die Grundwasseranreicherung für unser Gebiet. So wie der Seewasserspiegel sich darstellt, ist das der Grundwasserspiegel des Grundwasserleiters 1. Eine Nachfrage beim Deutschen Wetterdienst zu Klima, Regen usw. hätte für verantwortliche Aufhellung gesorgt.
Der Jahreswaldbericht Brandenburg bescheinigt den Wäldern eine Verbesserung bei den Nadelgehölzen hinsichtlich Anfälligkeit von Krankheiten – dennoch sind die Wälder zu trocken. Nach wie vor gelten heute in halb Brandenburg östlich von Berlin die Waldbrandstufe 3.

Ich selbst sehe keinen praktischen Nutzen politisch zu agieren um „Gegenmaßnahmen einzuleiten“ – Welche?, solange notwendige hintereinander nach Osten durchkommende lang andauernde Regengebiete es nicht bis in unsere Breiten schaffen, solange die Zeiten von schneereichen lang anhaltenden Wintermonaten immer knapper werden, wird es kaum Füllung für unseren Seen geben. Wie soll die Verwaltung den bisherigen Grundwasserrückgang aufhalten oder ausgleichen?
Was man heutzutage mitunter einer/einem Bürgermeister so alles zutraut!!!!

Die Oder bei Frankfurt ist fast zu Fuß zu queren, der Helenesee hat inzwischen einen ziemlich breiten Uferstreifen, der Haussee in Hönow gibt inzwischen 25 Jahre im See geparkte Autos (MOZ 23.09.) wieder zur Freude der Polizei her, der Herrensee ist inzwischen teilweise zu einer dauerhaften Pampe verkommen, das Annafließ ist schon seit einigen Jahren ganzjährig trocken.
Es ist eben nicht nur der Wasserspiegel im Straussee!
Da fallen die täglichen 350Kubikmeter der Sparkassenklimaanlage insgesamt nur marginal ins Gewicht und die Umweltbehörde Märkisch-Oderland will nichts dazu sagen.

Doch wir selbst sind nicht ganz von Vergehen frei, denken Sie bitte nur an die vielen von uns und vor uns versiegelten Flächen in der Stadt für die vielen gewollten Baumaßnahmen. Anderseits hat sich der Umweltausschuß meines Wissens nach seit Vorliegen der Erkenntnisse der Vorstudie seit fast 7 Jahren noch nie gründlich mit der Thematik befasst, leider.
Als Geschäft der laufenden Verwaltung kann die Bürgermeisterin das Thema der Wasserwerke des Wasserverbandes eingehend mit allen rechtlichen Möglichkeiten prüfen zu lassen. Das Landesumweltamt mauert da scheinbar etwas oder erstellt Zweckbewertungen.

Lt. Moz versorgen den Wasserverband vier Wasserwerke – drei sind in unserem Bereich Strausberg, Bötzsee und Eggerdorf. Alles fließt danach als Abwasser nach Berlin mit der Vorflut Spree und letztlich nach Hamburg in die Nordsee. Wird unser Gebiet leergepumt? Wie wird die Bundeswehr versorgt? Noch immer autarc?
Ist das neue Wasserwerk Bötzsee mit allen ordentlichen Genehmigungen ohne Einfluß auf den Straussee gebaut worden? Das kann die Verwaltung ohne politische Aktion selbst erledigen.
Frau Tack als damalige zuständige Ministerin ist wohl zwischenzeitlich etwas nervös geworden mit der Aktion im Landtag – ist das Pfeifen im Wald?
Das Mauern wird aus meiner Sicht weiter anhalten und die Seen füllender Regen oder Berge von Schnee, beides ist für viele von uns auch unangenehm, sind vorläufig nicht in Sicht…. oder wir beten im Schichtbetrieb zum Regengott

Nachtrag aktuell
Nun mögen ja alle denken was sie wollen, vor wenigen Jahren ist der See angesichts von vielen Regenfällen übers Jahr, sehr viel Schnee fast übergelaufen. Herrensee und auch der Schwanenteich hatten ausreichend Wasserstand, das Annafließ war nicht ausgetrocknet. Hoffentlich wird die Studie der Studenten früher fertig als dass ergiebiger Regen- und Schneefall einsetzt und gewonnene Erkenntnisse neutralisiert und diese quasi ins Wasser fallen. Am 17.11. hatte ich angesichts der “ergiebigen” Nieselregenfälle der vergangenen Tage die Bürgermeisterin zum aktuellen Stand des Pegels gefragt – “Es ist nicht weniger geworden”!!!
Fazit: Kleinregen macht den See nicht leer!

Nachlese….

Es ist jede Menge geschehen in den letzten 10 Monaten. Da gab es genügend Anlässe zu denen sich VIP’s in unserer Stadt präsentierten.
Zu den Ergebnissen der Kommunalpolitik wollte ich nicht ausführen – so Tolles ist mir gar nicht aufgefallen. Sicher war es die 775 Jahr-Feier in Strausberg, was der große Höhepunkt aller Bürger in der jüngsten Stadtgeschichte im Sommer gewesen ist. Doch selbst war ich zu diesem Höhepunkt nicht in Strausberg. Wir waren versprochener Weise für etwa 8 Wochen mit den Enkeln in Fonyod im Urlaub. Doch Internet machte eine ständige Info und quasi Teilhabe möglich. Vorher war noch ein Höhepunkt für den Förderverein vom hiesigen Flugplatzmuseum fällig – das Roll-out des als Museumsprojekt „restaurierten“ Doppeldeckers AN-2. dsc00911 Viele Monate angestrengte Arbeit einiger Enthusiasten des Vereins machten einen würdigen Abschluss auf dem Flugplatz noch vor dem 775-Jubiläum möglich. dsc00923 Auch zu diesem Anlass gab sich die regionale „Prominenz“ ein Stell-Dich-ein…. Es war eine tolle Sache und die „Anna“ hat einen prima Standort vom Chef auch des Platzes zugewisen bekommen. Als Blickfang rechts vom Tower.
Inzwischen soll der Standort nicht mehr so gut sein… Rein in die Kartoffeln, raus aus die Tüfften! dsc00945
Versteh einer die derzeitige kleine Strausberger Welt!!!

Eine wichtige und seit 10 Jahren überfällige Grundsteinlegung war auch noch gewesen. Es wird eine neue Polizeiinspektion gebaut, von der SWG und den Stadtwerken – die längst überfällige Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Polizisten. Wir werden sie künftig weiter dringend benötigen! img_0930

Es gaben sich Landrat und Innenminister die Ehre an der Versenkung der Kupferkassette mit aktuellen Belegen als Inhalt dabei zu sein. Einige nette Worte wurden auch an uns Zuschauenden gerichtet. Inzwischen sind die Wände des nicht zu übersehenden Bauwerkes bis zur ersten Geschoßdecke mit zwei Kränen und fleißigen Bauleuten gewachsen.

Auch gab es wieder eine öffentliche Diskussion, wenn auch kurz, um die Tatsache, dass der Wasserstand im Straussee enorm abgenommen hat. Es hatte sich scheinbar herumgesprochen oder auch bemerkbar gemacht, dass langanhaltende Temperaturen von über 30 Grad neben Wärme auch Trockenheit mit sich bringen. Kein Wunder und wo soll das Wasser herkommen – keine Winter mit viel Schnee und die langen Hitze- und Trockenperioden der letzten Jahre. Hallo… Klimawandel!

Damals in den 60iger Jahren war mein Großvater, von dem habe ich die 725 Jahrfeier-Broschüre, Fährmann auf dem See, „bediensteter Rentner bei der Straßenbahn mit erforderlichem Kapitänspatent für Binnenschiffahrt“ so jedenfalls damals. Heiße Sommer, nicht der DEFA-Film von 1968, ließen den Wasserstand enorm sinken. Gut 10 Meter vor der stadtseitigen Anlegestelle ging die Fähre auf Grund. Man hatte die typischen Maurerböcke aus Holz ins Wasser gestellt als provisorische Anlegestelle und man ding von dort über aufgelegte Bohlen zur eigentlichen Anlegestelle – es ging. Damals war  es…. miterlebt weil ich mit Opa einige Male zu dieser Zeit mitfuhr. dav

Aber zu Strausberg gehören noch der Bötzsee, der Fängersee und der Herrensee. Hat sich die Aufgeregtheit auch schon einmal um diese Seen bekümmert? hdr

Vorige Woche war bei schönem Wetter Gelegenheit mit dem Hund um den Herrensee zu wandern. hdr Es ist dramatisch, der See scheint zu verlanden, die Gräben wachsen zu und sind weitgehend trocken – auch der Stadtgraben vom Straussee kommend. Der Wasser- und Bodenverband scheint hier auch eine gefühlte Ewigkeit nichts getan zu haben. Eine verrottete Ruhebank neben dem Ruheforst macht einen miesen Eindruck. dav Doch auf der anderen Seite war eine neue Raststelle errichtet worden. dav

Da vom Herrensee kein Wasser mehr abfließt, wird das Annafließ bis zum Schwanenteich auch trocken zu sein. Da hörte ich neulich leise eine Bemerkung über „die Sanierung des Schwanenteiches“!!! hdr Wenn ich wirklich richtig gehört habe – was soll bitte schön saniert werden? Oder wird es eine “Trockensanierung”? hdr Etwas Wasser macht ja den Herrensee noch aus…Mit der typischen Herbstfarbe sieht es dennoch richtig toll aus und lässt fast den langsam austrocknenden Herrensee vergessen. Demnächst mehr und bitte Bilder anklicken

Meine Weihnachtsgeschichte

Wer vielleicht eine nette Geschichte für die Kinder und Enkel im üblichen Sinne erwartet, zu Weihnachten werden in vielen Familien solche Geschichten aus alten und neuen Büchern, mitunter übers Jahr im Bücherregal abgelagert, die Fantasie der Lütten inspirierend erzählt – nö ist ganz anders.
Diese Geschichte ereignete sich eigentlich so richtig am 22. Dezember. Nicht mit Ho,ho, ho des Weihnachtsmannes ursprünglich sondern mit einer Brillenverordnung meiner Augenärztin und dem noch vorhandenen fast latenten Eindruck der TV-Werbung „bei Apollo Optik 50% auf alle Brillengläser als Weihnachtsaktion“. Na das war doch schon mal was!

Also kurz entschlossen ins Strausberger Handelszentrum gesteuert und im dortigen Geschäft mit genanntem Preisnachlass mal meine Aufwartung gemacht. Eine freundliche Mitarbeiterin kümmerte sich sofort um mein Anliegen und um mich. Bei der zu klärenden Frage zur Qualität der Gläser einer neuen Bille bin ich auf die „Super-alles könnende-Ausführung“ hingewiesen worden. Das war ja echt nicht schlecht, das Angebot – eine fertige Brille mit supertollen Gläsern mit gleitender Sicht und nettem von meiner Frau auch akzeptierten Gestell an 500 Euro… so etwa!
Nur dumm für mich, so kurz vor Weihnachten sind die vielen, vielen Euros bereits für Medikamente und Ärzte verbraucht und der überschaubare Rest war in Weihnachtsgeschenke angelegt – ich bat um Nachsicht und Milde.

“Macht nichts, ist ja bald wieder Rententag und die Brille wird ja auch nicht vor Januar fertig, außer eine entsprechende Anzahlung kommt die Rechnung dann mit der Brille im Januar. Einen Sehtest machen wir vorher auch noch, das mit der Augenärztin ist ja schon gut 4 Wochen her, da kann sich etwas verändert haben“.
Kurzes Nachdenken meinerseits – was soll sich mit der Feststellung „eines leichten grauen Stars ohne diabetische Einflüsse“ nun in gut 4 Wochen verändert habe, dass nun noch genauer als die Ärztin gemessen werden soll.
Also von der zumindest vom Namen auslaufenden Aktion wollte ich mich auch nicht gleich mal so zum entschlossenen „Ja, will haben“ hinreißen lassen trotz der mich beeindruckenden Freundlichkeit. „Wenn Sie darauf bestehen, können Sie natürlich auch Gläser nach den Werten Ihrer Ärztin bekommen“. Ho, ho, ho ich dankte schön sagte nicht „Ja, will haben“ und steuerte darauf in die Stadt.

Das Auto im Parkhaus abgestellt versprach einen Spaziergang durch die Große Straße. Der Verkehr in dieser und aus allen Straßen daneben war schon dramatisch fast schon chaotisch. Es hatte den Anschein, dass Chauffeure großer und vor allem anscheinend teurer Karossen extra Verkehrs- und Parkbedingungen mit dem Kauf im Autohaus auf der Preisliste hatten. Fußgänger waren denen unterlegen, die Fahrer auch darauf sorgsam achteten, dass eine andere Karosse ihnen keine Schramme verpasste. Einige wollten scheinbar die Fußgänger vom Queren der Seitenstraßen davon abhalten, ihnen versuchsweise über die Zehen zu fahren. Als Fußgänger hatte ich natürlich auch Verständnis dafür, dass man, nach dem das Auto 20 – 40 Tausend Euro gekostet hat, nun kein Kleingeld für die fällige Parkgebühr mehr locker hat, obwohl die eine oder andere Karosse nicht neben dem Bürgersteig sondern halb auf ihn stand. Einer aussteigenden pelzverbrämten Beifahrerin zeigt ich den 10 Meter weiter stehenden Automaten – „Ist ja ganz schnell und gar nicht zum Einkaufen…“ Schwindeln ohne rot zu werden, es war vor Pelz oder was es darstellen sollte ohnehin nicht zu sehen.
So werden wir in der Strausberger Innenstadt nie Ordnung und Übersicht rein bekommen. Die von der SPD-Fraktion über Jahre politisch favorisierte Fußgängerzone wäre wahrscheinlich schon aus einem wichtigen Grund nicht durchsetzbar gewesen – „Höchste Gefahr für die Fußgänger im Verzug!“ Es geht zu wie auf einem Jahrmarkts – Scooter!

Es war für mich wirklich erstaunlich festzustellen, dass es trotzdem noch genügend Fußgänger gab, die dem Druck der Autofahrer trotzten. Ich reihte mich brav am Rande der Großen Straße ein, kein Gedanke an eine gefährliche Überquerung dieser. So kam ich bei Fielmann an. Sofort wurde ich von einer netten Dame im Empfang genommen „Wo können wir Ihnen helfen?“ Nach den Eindrücken der letzten 500 Meter Große Straße war das echt toll!
Eine ausführliche Erklärung zu Gläser-Varianten und zu möglichen Gestellen ließen die etwa 30 Minuten dort im Laden schnell vergehen. Nun wollte ich weiter vergleichen, doch ein Anruf meiner Frau stimmte mich zur Umkehr in Richtung Parkhaus. Also zu den Optikern Frenzel und Wolf zu gehen steht noch für den Januar an – nach dem Rententag.
Jetzt hatte ich Mut und überquerte die Straße mit dem irren Verkehr wegen der tollen Botschaft, dass jetzt nach 24 Jahren Leerstand vielleicht das Haus der Georg-Kurtze-Str. 1 vom Eigentümer saniert werden könnte.

Als ich mich der Ampel am Lustgarten näherte, fiel mir das Schild eines weiteren Optikers ins Auge – Brille 96. Na toll, das schafft man noch, ist ja fast auf dem Weg.
Ich trat ein und der Inhaber oder so etwa saß mit einem Telefon am Ohr in seinem Sessel hinter einem kleinen Tisch. Mit dem Finger deutete er auf das Telefon…. ein Platzangebot blieb dagegen aus. Eine leise dennoch hörbare Bemerkung am Telefon „Ist nur ein Kunde“, ließ mich ein wenig einsacken. „Ich bin in der Warteschleife, wenn ich raus bin dann fange ich von vorn an!“ Toll dachte ich, meint der ich bin blöde.
Ohne Anheben aus dem Sessel oder unterbrechen des Telefonates oder Platzangebotes offerierte mir der nette Telefonist beiläufig, dass es Brillengläser vom kleinen Preis bis zum Superpreis gibt, die Gläser und deren optische Möglichkeiten lassen das alles doch zu. Ich dankte und war mit einem noch höflichen Abschwung raus aus diesen Laden. Um mich zu vergewissern schaute ich noch einmal zurück, nach oben auf das Schild übern Laden – Tatsache, muss ein Optiker sein, „Brille 96“ GmbH steht da drauf. Ho, ho, ho das war das Erlebnis der besonderen Art.

Für die ganze „Brillen-Expedition“ in die Altstadt an diesem Tag hatte ich im Parkhaus 30 Cent zu berappen und war ziemlich missmutig, weil ich nur Kunde bin, kurz danach wieder zu Hause.
Nachmittags hatte ich etwas gegoogelt und mir einen Auszug aus dem Internetangebot von „Brille 96“ kopiert:

Zitatbeginn:
Besuchen Sie uns! Wir beraten Sie gerne, kompetent und individuell. Fragen Sie nach unseren aktuellen Angeboten! Wichtig! Vergleichen lohnt sich immer!
Zitat zu Ende

In aller Freundschaft oder mein lieber Scholli, in einer Hinsicht hat der ja richtig Recht – vergleichen lohnt sich immer! Der nette Telefonist ist bei mir mit seinem Superladen raus aus dem Rennen! Die Weihnachtstage brachten genug Gelegenheit das alles unseren lieben Gastgebern oder auch unseren Gästen zu erzählen. Man ist der Auffassung, dass sich der Fachberatungsanspruch des Gewerbevereins „damit total deckt“ – man ist ja nur Kunde. Es ist eigentlich ganz traurig, angesichts des mir bekannten Klagens der Gewerbetreibenden über ihre missliche wirtschaftlich angespannte Lage, sollte dennoch nicht unerzählt bleiben.
Sicher hatte ich mit meiner unbewussten Suche nach der Ausnahme um das Mühen um den einzelnen Kunden an diesem Tag und in diesem Laden eine Punktlandung gemacht.
Doch noch einmal werde ich auf keinen Fall dort eintreten wollen, diesem Laden kann ich mein Geld nicht ins Haus tragen. Es sind ja noch zwei Vergleiche in der Großen Straße demnächst möglich……
die Krux der Geschichte ist die, dass der Chef vom Gewerbeverein selbst Optiker ist!

Ein ganz dickes Brett….

Nachdem ich bereits vor etwa 18 Monaten über die Gründung des Fördervereines „Flugplatzmuseum Strausberg e.V.“ berichtet hatte, stellt sich inzwischen eine ganz neue und tolle Aktivität des Vereines in den nächsten Tagen mit einem Tag der offenen Tür vor.
Der Verein hat eine am Boden durch Überschlag verunfallte Antonow AN-2 zum Schrottpreis gekauft, um das nicht gerade kleine Teilchen vor der Schrottpresse zu retten.

anna1 Der Überschlag am Boden und die Beschädigungen waren der Grund, dass das Flugzeug nicht mehr in Dienst gestellt wird. Die vier Blätter des Propellers sind nicht nur verbogen, die sind richtig krumm und somit leider Schrott. Dennoch waren die gesamten Beschädigungen einigermaßen überschaubar.
Das am Heck hochstehende Seitenleitwerk hat beim Überschlag eine ganz herbe Delle bekommen, es ist gestaucht und geknickt und ist hin. Ein Ersatz-Seitenleitwerk ist ausfindig gemacht worden, nun muss verhandelt und gehandelt werden. Ohne Seitenleitwerk sieht auch die AN-2 nicht so toll aus… anna5 Eine Tragfläche hat es auch ganz schön getroffen. anna4
Der Förderverein hat sich das Ziel gestellt, die AN-2 soweit wieder zum Flugzeug zu reparieren, dass es als Ausstellungsobjekt auf dem Flugplatz in unmittelbarer Nähe zum Flugplatzmuseum abgestellt werden kann. anna3 Hier auf dem Flugplatz sind viele Jahre diese Flugzeuge stationiert gewesen und die Strausberger Bürger kennen sie noch ziemlich genau. Keine Angst, anna8 der Motor soll nicht mehr zum Laufen gebracht werden, gehört aber der Komplettheit wegen zum Flugzeug. Hier sind bereits vier Ersatzblätter des Propellers beschafft worden.

Weiterhin ist schon Ersatz für die beschädigte Tragfläche besorgt worden – man muss eben wissen wo so etwas noch vorhanden ist. Und einige Kollegen im Verein wissen das eben mal…. anna7

Doch es ist noch viel, viel Arbeit erforderlich bis der Flieger, ohne Anspruch wieder geflogen zu werden, repariert und komplettiert ist. Neben den genannten Schäden sind vor Transport nach Strausberg noch andere Schäden beim Bewegen des Flugzeuges durch unsachliches Hantieren von Helfern mit einem Gerät wie einem Gabelstapler entstanden. Einfach mal einen Teil der Gabel des Staplers durch die Aluhaut gestoßen und nach oben ausgerissen – das zeugt von Nichtkönnen des Fahrers. Kein Manöverschaden.

Das muss nun aufwendig repariert werden. Das erforderliche Blech ist schon geordert und es muss nur noch gewerkelt werden. Nieten ausbohren, Schablonen zum Flicken der Außenhaut herstellen, aufs Blech übertragen und mit einer scharfen Schlagschere sauber ausschneiden. Dabei ist man auf Unterstützung örtlicher Handwerksbetriebe  mit solchen Geräten  angewiesen!
Neue viele Löcher für die vielen Nieten bohren und dann neu vernieten, vorher den Schnitt außen anschäften, die Auflage vorbereiten wegen der erforderlichen Dichtheit der Reparaturstellen. Davon gibt es einige…. anna9

Diese Arbeit wird einige Vereinsmitglieder ordentlich ausfüllen, handwerklich „vorbelastete“ Helfer mit geschickten Händen sind immer willkommen. anna10

Wer mitmachen möchte kann sich beim Verein oder auch bei mir melden. anna11 Klappern gehört zum Handwerk, ich bin Handwerker und klappere in der nächsten Zeit für den Verein und die AN-2.

 

Fortsetzungen werden folgen….

Noch eine Ausfahrt…

Das war ein Tag….
Extra zum vereinbarten Termin mit dem Doc in Berlin sind wir aus Fonyód zurück. Solch einen Termin zu verpassen.. na ja die öffentliche Diskussion wegen der Wartezeit auf Arzttermine ist ja allgemein bekannt und solch Termin muss man einfach einhalten.
Also für den 08. August beim VBB mal per Internet Erkundigungen eingeholt wie und wo die Abfahrtzeiten und Umsteigestellen sind, da in Berlin Strecken gesperrt sind wegen wichtiger Gleisbauarbeiten.

So weit so gut, früh ab Hegermühle mit S-Bahn S 5 und der inzwischen 7,20 Euro kostenden Tageskarte Richtung Hauptstadt. Ostkreuz war das optimale Nahziel zum Umsteigen zur S 42 auf dem Ring. Während der Fahrt las ich die an der Station ausliegende Zeitung der DB mit den Hinweisen der derzeitigen Bauarbeiten und Umsteigungen. Höchst interessant fand ich den Artikel zum 90ten Jubiläum der ersten elektrischen Fahrt am 08. August 1924 vom Stettiner Bahnhof nach Bernau. Da bin ich ja genau am richtigen Tag unterwegs… Den damaligen Stettiner Bahnhof findet man seit vielen Jahren unter Nordbahnhof – genau mein Zielbahnhof und ziemlich neben der Praxis von meinem Doc.

Na nun wusste ich ja Bescheid und konnte mir ausmalen was am Nordbahnhof für ein Bohei passiert. Richtig gedacht, nach Umsteigen im Weiteren am Bahnhof Gesundbrunnen zwei Stationen bis Nordbahnhof und schon war der Sonderzug auf der anderen Bahnsteigseite präsent und oben angekommen war die Traube der VIP’s in der kleinen Bahnhofshalle unübersehbar. Ich mogelte mich vorbei weil ich schon gut 5 Minuten über der Zeit war.
Der Potsdamer Kollege Verkehrsminister war eingerahmt und erklärte gerade die Entscheidung für Strausbergs zukünftigen 20 Minuten-Takt. Übrigen war der Namenszug von Strausberg auch auf dem Sonderzug (über Pankow) nach Bernau mehrfach zu sehen.
Eine Stunde später nach der Untersuchung und Konversation beim netten Doc war der Bohei am Nordbahnhof vorbei, lediglich einige nette Damen der DB räumten die kleine Halle auf.

Da ich die Tageskarte für 7,20 Euro ausreizen wollte, fuhr ich dann von Gesundbrunnen mit der U8 bis zum Alex um mal bei Technix (Werbung Saturn) nach neuer Technik zu schauen und das Fachpersonal erzählen zu lassen. Die müssen wohl gerade eine Verkaufsaktion für Fernseher in Gang gehabt haben. Eine nette Mitarbeiterin wollte mir mindestens vier Mal an verschiedenen Stellen in der Etage nach jeweils einem freundlichen „Guten Tag“ einen entsprechenden Flyer mit Geräten und der Bemerkung „Sie suchen ein neues Fernsehgerät?“ in die Hand drücken. „Nein, ich suche keinen neuen Fernseher“ war jedes mal meine Antwort – zuletzt noch an der Rolltreppe nach unten.

Doch vorher hatte ich mir noch von oben den proppenvollen Alex als riesige Fußgängerzone mit flüsterleiser Straßenbahn angeschaut. alex1 Es soll damit meinerseits auf keinen Fall wieder ein Anstoß zu bisherigen Strausberger Diskussionen sein… nein, gar nicht. alex2
Doch es funktioniert zumindest am Alex anscheinend tadellos! Der Platz ist ja auch fast so groß wie die Strausberger Innenstadt, dann wäre ja für das Altstadt-Center kein Platz mehr, schließlich will uns ja noch einige Zeit der Vorhabenträger mit den Ring durch die Nase vorführen wollen.

Aus meiner Sicht haben sich die 7,20 Euro für die Tageskarte gelohnt, andere als bisherige Strecken gefahren, dem Minister beim VIP- und Elektrozug Jubiläum fast vor die Füße gelaufen (da wäre sicher richtig Freude aufgekommen) und noch nette Aussichten einer funktionierenden großen Fußgängerzone gehabt. Also wieder einmal – wenn einem Gutes widerfährt… (dann kann man auch demnächst wieder fahren)

Ausfahrt

Auch hier in Fonyód erreichte mich dank Post-Nachsendung die Einladung für die Wiederholungssitzung der Konstituierung der am 25.05.2014 gewählten Stadtverordnetenversammlung Strausberg.
Die Sitzung war für den 17. Juli um 17.30 Uhr im Volkshaus Nord in Strausberg festgelegt. Da sitzt man gut 1200km Fahrstrecke von Strausberg weg und dann das ganze Spektakel wegen der Wiederholung als dringende Empfehlung der Kommunalaufsicht.
Doch mit der Wahl hat man auch eine Pflicht übernommen – so zumindest sehe ich das. Eine ausgiebige Beratung in der Familie nach dem Motto „ was machst Du nun?“ schloss sich dem Öffnen der Post von der Verwaltung an. Letztlich gab es Zustimmung für den „Kurztrip“ von Fonyód nach Strausberg und zurück – alles wegen der Konstituierung der SVV. Solch eine Sitzung ist für mich ein sehr wichtiger Termin und Anlass am Beginn der Arbeit, dass für mich Erscheinen quasi eine Selbstverständlichkeit ist, eben alte bodenständige Erziehung von zu Hause…

Am 16.07. früh um 8.00 Uhr ausgeschlafen, gut gefrühstückt und mit ausreichend Reiseproviant ausgestattet fuhr ich in Fonyód los über Sopron, Wien, Passau nach Strausberg, wo ich am Abend knapp 21.00 Uhr von der Hitze etwas geschunden ankam.
Pünktlich zum Sitzungsbeginn war ich am Donnerstag vor Ort. Da schon einmal vor 4 Wochen geübt, mit einem kleinen Formfehler sich selbst deklassiert, wollten wir keine erneute Schlappe organisieren. Es lief alles wie schon vor 4 Wochen, lediglich einige Stadtverordneten fehlten diesmal aus welchem Grund auch immer. Lediglich konnte diesmal eine äußerst knappe Mehrheit, trotz der von der Links-Fraktion beantragten namentlichen Abstimmung, der Bürgermeisterin den Vorsitz des Hauptausschusses „bescheren“. Ich betrachte das als Vorteil, hatte es selbst fast 12 Jahre gemacht ohne dass irgend eine Fraktion das an sich ziehen wollte.

Na klar, das ist ein Bezahlposten mit Aufwandsentschädigung, das Geld kann man „mitnehmen“ und die Vorarbeit muss ohnehin die Verwaltung machen. Der Bürgermeister/die Bürgermeisterin macht das „qua Amt“ und man erhält dafür keine zusätzlichen Zuwendungen und sie muss die Vorarbeiten dennoch durch die Verwaltung machen lassen. Das spart der Stadt Geld, keine Millionen aber dennoch, und es ist eine gute Entscheidung. Ich will hier nicht über die Gegen – Stimmen mutmaßen, das kann ich mir sparen.

Spät am Abend fuhr ich mit Reiseproviant versehen, guter Musik und einem sehr guten Gefühl wieder nach Fonyód zurück, wo ich erst spät am Freitag Nachmittag ankam. Die Sachsen und Thüringer waren wegen des Ferienbeginns nun auch auf der Piste und Autos so weit man sehen konnte zu dritt nebeneinander bei 33 Grad außen. Duschen brachte nur mäßige Abkühlung.

Samstag in der Frühe rasch zum Balaton runter und gebadet und zum Frühstück zurück – das hat für die Hitzefahrt entschädigt. Beim Frühstück wurde ausgiebig „Bericht erstattet“ und die Familie hat noch nachträglich gutgeheißen diese Fahrt gemacht zu haben. Etwas verrückt muss man wohl sein, um so etwas zu machen. Aber sonst ist das Politik-Leben oft genug dröge und mitunter monoton, da fehlt dann etwas Pepp wie 1200 km zu einer Sitzung zu kutschieren. hibiskus1

Pünktlich nach meiner Ankunft und wie eigentlich in jedem Jahr blüht seit Samstag unser Riesen Hibiskus – ist doch auch sehr schön…. hibiskus2 Die nächsten 14 Tage werden wir ohne Politik aus Strausberg hier es uns gut gehen lassen wollen, versprochen. Wenn einem also Gutes widerfährt…..

Wohlfühlen

Nachmittags in Bogács losgefahren kamen wir in der Abenddämmerung in Fonyód an. Das Fahren auf der Autobahn war einigermaßen entspannt, die umherdüsenden Tagestouristen vom Wochenende waren wohl schon zu Hause. Sogar durch Budapest war es einigermaßen überschaubar, abweichend vom sonstigen teilweise 6-spurigem Chaos.

Schon an der Autobahn Abfahrt nach Fonyód war ein ziemlich lautes Motorengeräusch wahrzunehmen. Richtig angenommen – der Agrarflieger versprühte wieder einmal das „Mückentötolin“…. in gewisser Regelmäßigkeit in der Urlaubssaison. sprueh1

Zum Wohlgefallen der Touristen, die schließlich einen mückenstichfreien Urlaub verbringen wollen!

Man muss sich am Abend draußen gemütlich sitzend nicht mehr gegen Mückenstiche wehren, die netten Bohrer und Stecher sind fast nicht mehr „anwesend“.

Da wird über die an den Balaton angrenzenden Sumpf/Verdunstungsgebiete am Südufer vom Flieger abgeladen, was letztlich Insekten-/Mückenbruten in den Feuchtgebieten zu nichte macht. Für einen 14 Tage-Urlauber ist das angenehm, für die Einheimischen auf Dauer aber bedenkenswert. Denn im oftmals vollführten Tiefflug von etwa 100m über Grund werden auch die Häuser und Gärten der Bewohner besprüht. Wer sagt denen, was von oben an Chemie auf sie „geregnet“ wird? sprueh2

Wer länger als ein Urlauber hier ist, der wird schnell festgestellt haben, dass Singvögel nicht zu hören sind. Die Futtergrundlage ist mit dem Einsatz des Sprühzeuges dahin und existiert nicht mehr, wenigstens in der Urlaubssaison. Da gerade in der jetzigen Zeit die Bruten der Vögel wegen der größtenteils vernichteten Nahrungsgrundlage nicht aufziehbar sind, werden weniger Singvögel hier brüten oder sich überhaupt niederlassen. Das ist von uns schon seit Jahren so bemerkt worden.

Das hat mit dem anderorts viel diskutierten Klimawechsel absolut nichts zu tun – hier wird die chemische Keule vom Menschen gegen wehrlose Kreaturen eingesetzt, die im Ökosystem  immer vorhanden waren, die aus wirtschaftlichen Gründen unterliegen müssen. Eine erfolgreiche Zivilisation….

 

Nachfragen

Heute Nachmittag kamen einige völlig unerwartete Anrufe auf dem Handy an. Ich weiß nicht, ob das mit den seit dem 01.07. reduzierten Handygebühren in der EU zu tun hat.
Nun ist wohl absolut sicher, dass die Sitzung der SVV vom 19.06. eine Übungsstunde war und total daneben gegangen ist. Zwei nette Mitbürger aus Strausberg informierten mich so „weißt Du denn schon…“ ! Ja ich wusste schon und kann auch seit einigen Jahren lesen. Die haben mein Leben lang noch nie mit mir telefoniert – wegen der ideologischen Hemmschwelle! dsc00725 Ein anderer Anrufer war schon konkreter und fragte, ob ich denn am 17. Juli in Strausberg sei wegen der jetzt „richtig“ stattfindenden Konstituierung der SVV und ob ich wieder zur „Großen Koalition” gehören würde. Meine Frage, woher er weiß zu welcher “Koalition” bei praktizierter geheimer Wahl ich gehöre, blieb ohne Antwort.

Als ich die Fahrstrecke von gut 1000km, die erheblichen Sprikosten und die Unterbrechung des Urlaubs wegen möglicherweise wieder „eine in die Hose gehende Sitzung“ und dass mir möglicherweise das Format abhanden gekommen sein könnte dagegen hielt, wurde mir lediglich noch ein schöner weiterer erholsamer Urlaub gewünscht, den man ja schließlich auch brauche. Woher weiß der was ich brauche?
Ich dankte artig und höflich für die netten Wünsche, obwohl wir zurzeit nicht in Fonyód sondern in Bogács sind, östlich von Eger.
Es wäre schade, die hier angenehme Stimmung mit netten und herzlichen Menschen und stocktrocknem „Egri Bikavér“, fast schon liebe Verwandtschaft, mit nachträglichen Miesmachern eintauschen zu sollen, nur weil einige Zeitgenossen es noch immer nicht schaffen eine Abstimmungsniederlage zu verkraften – für die sollten wir den Sozialismus aufbauen…. Dann lieber Rot-Wein! Am 17.Juli stoße ich dann an…. Auf Dein Wohl Wolfgang!

Auch das noch

Das was man aus der Heimat hier in Fonyod so zu erfahren bekommt gibt Anlass zum Nachdenken. Eventuell ist die konstituierende Sitzung der SVV am 19.06.2014 ein „Probelauf“ gewesen und könnte ggf. wiederholt werden (müssen?). Die Kommunalaufsicht hat auf Einwand wohl die Feststellung getroffen, dass eventuell ein Stadtverordneter(Nachrücker) zur Sitzung sein Mandatsrecht hätte ausüben dürfen. Laut Wahlleiterin hätte er jedoch mit Mandatsannahme noch die 14 Tage Einspruchsfrist abwarten müssen. Was ist nun richtig?
Angesichts von Urlaubsplanungen und einer eventuellen Neuauflage halten sich die Kommunalaufsicht und/oder die Stadtverwaltung noch ziemlich bedeckt.
Insgesamt wäre das eine nie da gewesene Peinlichkeit… Fehlerhafte Einladung zur Sitzung, wenn es darauf hinausläuft, führt ggf. zu Nichtigkeit dieser. Das wäre ein schöner Schlamassel am Start in eine neue Legislatur. Muss man uns helfen?
Ich hätte ja gern bald Antworten auf meine Fragen. Doch von wen?

Heute am 4. Juli ist es wohl endgültig geklärt – die Kommunalaufsicht gibt die Wiederholung der konstituierenden Sitzung für den 17.07.2014 vor wegen fehlerhafter Einladung und damit verbundener Nichtigkeit der Sitzung vom 19.06.2014…..  Ich bin mal auf die Erklärung oder Deutung der Verwaltung gespannt. Wozu hat die Verwaltung eine Juristin, wenn man sich wie mit der Wünschelrute die Rechtslage selbst zurecht klauben muss?