Nachlese….

Es ist jede Menge geschehen in den letzten 10 Monaten. Da gab es genügend Anlässe zu denen sich VIP’s in unserer Stadt präsentierten.
Zu den Ergebnissen der Kommunalpolitik wollte ich nicht ausführen – so Tolles ist mir gar nicht aufgefallen. Sicher war es die 775 Jahr-Feier in Strausberg, was der große Höhepunkt aller Bürger in der jüngsten Stadtgeschichte im Sommer gewesen ist. Doch selbst war ich zu diesem Höhepunkt nicht in Strausberg. Wir waren versprochener Weise für etwa 8 Wochen mit den Enkeln in Fonyod im Urlaub. Doch Internet machte eine ständige Info und quasi Teilhabe möglich. Vorher war noch ein Höhepunkt für den Förderverein vom hiesigen Flugplatzmuseum fällig – das Roll-out des als Museumsprojekt „restaurierten“ Doppeldeckers AN-2. dsc00911 Viele Monate angestrengte Arbeit einiger Enthusiasten des Vereins machten einen würdigen Abschluss auf dem Flugplatz noch vor dem 775-Jubiläum möglich. dsc00923 Auch zu diesem Anlass gab sich die regionale „Prominenz“ ein Stell-Dich-ein…. Es war eine tolle Sache und die „Anna“ hat einen prima Standort vom Chef auch des Platzes zugewisen bekommen. Als Blickfang rechts vom Tower.
Inzwischen soll der Standort nicht mehr so gut sein… Rein in die Kartoffeln, raus aus die Tüfften! dsc00945
Versteh einer die derzeitige kleine Strausberger Welt!!!

Eine wichtige und seit 10 Jahren überfällige Grundsteinlegung war auch noch gewesen. Es wird eine neue Polizeiinspektion gebaut, von der SWG und den Stadtwerken – die längst überfällige Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Polizisten. Wir werden sie künftig weiter dringend benötigen! img_0930

Es gaben sich Landrat und Innenminister die Ehre an der Versenkung der Kupferkassette mit aktuellen Belegen als Inhalt dabei zu sein. Einige nette Worte wurden auch an uns Zuschauenden gerichtet. Inzwischen sind die Wände des nicht zu übersehenden Bauwerkes bis zur ersten Geschoßdecke mit zwei Kränen und fleißigen Bauleuten gewachsen.

Auch gab es wieder eine öffentliche Diskussion, wenn auch kurz, um die Tatsache, dass der Wasserstand im Straussee enorm abgenommen hat. Es hatte sich scheinbar herumgesprochen oder auch bemerkbar gemacht, dass langanhaltende Temperaturen von über 30 Grad neben Wärme auch Trockenheit mit sich bringen. Kein Wunder und wo soll das Wasser herkommen – keine Winter mit viel Schnee und die langen Hitze- und Trockenperioden der letzten Jahre. Hallo… Klimawandel!

Damals in den 60iger Jahren war mein Großvater, von dem habe ich die 725 Jahrfeier-Broschüre, Fährmann auf dem See, „bediensteter Rentner bei der Straßenbahn mit erforderlichem Kapitänspatent für Binnenschiffahrt“ so jedenfalls damals. Heiße Sommer, nicht der DEFA-Film von 1968, ließen den Wasserstand enorm sinken. Gut 10 Meter vor der stadtseitigen Anlegestelle ging die Fähre auf Grund. Man hatte die typischen Maurerböcke aus Holz ins Wasser gestellt als provisorische Anlegestelle und man ding von dort über aufgelegte Bohlen zur eigentlichen Anlegestelle – es ging. Damals war  es…. miterlebt weil ich mit Opa einige Male zu dieser Zeit mitfuhr. dav

Aber zu Strausberg gehören noch der Bötzsee, der Fängersee und der Herrensee. Hat sich die Aufgeregtheit auch schon einmal um diese Seen bekümmert? hdr

Vorige Woche war bei schönem Wetter Gelegenheit mit dem Hund um den Herrensee zu wandern. hdr Es ist dramatisch, der See scheint zu verlanden, die Gräben wachsen zu und sind weitgehend trocken – auch der Stadtgraben vom Straussee kommend. Der Wasser- und Bodenverband scheint hier auch eine gefühlte Ewigkeit nichts getan zu haben. Eine verrottete Ruhebank neben dem Ruheforst macht einen miesen Eindruck. dav Doch auf der anderen Seite war eine neue Raststelle errichtet worden. dav

Da vom Herrensee kein Wasser mehr abfließt, wird das Annafließ bis zum Schwanenteich auch trocken zu sein. Da hörte ich neulich leise eine Bemerkung über „die Sanierung des Schwanenteiches“!!! hdr Wenn ich wirklich richtig gehört habe – was soll bitte schön saniert werden? Oder wird es eine “Trockensanierung”? hdr Etwas Wasser macht ja den Herrensee noch aus…Mit der typischen Herbstfarbe sieht es dennoch richtig toll aus und lässt fast den langsam austrocknenden Herrensee vergessen. Demnächst mehr und bitte Bilder anklicken

Meine Weihnachtsgeschichte

Wer vielleicht eine nette Geschichte für die Kinder und Enkel im üblichen Sinne erwartet, zu Weihnachten werden in vielen Familien solche Geschichten aus alten und neuen Büchern, mitunter übers Jahr im Bücherregal abgelagert, die Fantasie der Lütten inspirierend erzählt – nö ist ganz anders.
Diese Geschichte ereignete sich eigentlich so richtig am 22. Dezember. Nicht mit Ho,ho, ho des Weihnachtsmannes ursprünglich sondern mit einer Brillenverordnung meiner Augenärztin und dem noch vorhandenen fast latenten Eindruck der TV-Werbung „bei Apollo Optik 50% auf alle Brillengläser als Weihnachtsaktion“. Na das war doch schon mal was!

Also kurz entschlossen ins Strausberger Handelszentrum gesteuert und im dortigen Geschäft mit genanntem Preisnachlass mal meine Aufwartung gemacht. Eine freundliche Mitarbeiterin kümmerte sich sofort um mein Anliegen und um mich. Bei der zu klärenden Frage zur Qualität der Gläser einer neuen Bille bin ich auf die „Super-alles könnende-Ausführung“ hingewiesen worden. Das war ja echt nicht schlecht, das Angebot – eine fertige Brille mit supertollen Gläsern mit gleitender Sicht und nettem von meiner Frau auch akzeptierten Gestell an 500 Euro… so etwa!
Nur dumm für mich, so kurz vor Weihnachten sind die vielen, vielen Euros bereits für Medikamente und Ärzte verbraucht und der überschaubare Rest war in Weihnachtsgeschenke angelegt – ich bat um Nachsicht und Milde.

“Macht nichts, ist ja bald wieder Rententag und die Brille wird ja auch nicht vor Januar fertig, außer eine entsprechende Anzahlung kommt die Rechnung dann mit der Brille im Januar. Einen Sehtest machen wir vorher auch noch, das mit der Augenärztin ist ja schon gut 4 Wochen her, da kann sich etwas verändert haben“.
Kurzes Nachdenken meinerseits – was soll sich mit der Feststellung „eines leichten grauen Stars ohne diabetische Einflüsse“ nun in gut 4 Wochen verändert habe, dass nun noch genauer als die Ärztin gemessen werden soll.
Also von der zumindest vom Namen auslaufenden Aktion wollte ich mich auch nicht gleich mal so zum entschlossenen „Ja, will haben“ hinreißen lassen trotz der mich beeindruckenden Freundlichkeit. „Wenn Sie darauf bestehen, können Sie natürlich auch Gläser nach den Werten Ihrer Ärztin bekommen“. Ho, ho, ho ich dankte schön sagte nicht „Ja, will haben“ und steuerte darauf in die Stadt.

Das Auto im Parkhaus abgestellt versprach einen Spaziergang durch die Große Straße. Der Verkehr in dieser und aus allen Straßen daneben war schon dramatisch fast schon chaotisch. Es hatte den Anschein, dass Chauffeure großer und vor allem anscheinend teurer Karossen extra Verkehrs- und Parkbedingungen mit dem Kauf im Autohaus auf der Preisliste hatten. Fußgänger waren denen unterlegen, die Fahrer auch darauf sorgsam achteten, dass eine andere Karosse ihnen keine Schramme verpasste. Einige wollten scheinbar die Fußgänger vom Queren der Seitenstraßen davon abhalten, ihnen versuchsweise über die Zehen zu fahren. Als Fußgänger hatte ich natürlich auch Verständnis dafür, dass man, nach dem das Auto 20 – 40 Tausend Euro gekostet hat, nun kein Kleingeld für die fällige Parkgebühr mehr locker hat, obwohl die eine oder andere Karosse nicht neben dem Bürgersteig sondern halb auf ihn stand. Einer aussteigenden pelzverbrämten Beifahrerin zeigt ich den 10 Meter weiter stehenden Automaten – „Ist ja ganz schnell und gar nicht zum Einkaufen…“ Schwindeln ohne rot zu werden, es war vor Pelz oder was es darstellen sollte ohnehin nicht zu sehen.
So werden wir in der Strausberger Innenstadt nie Ordnung und Übersicht rein bekommen. Die von der SPD-Fraktion über Jahre politisch favorisierte Fußgängerzone wäre wahrscheinlich schon aus einem wichtigen Grund nicht durchsetzbar gewesen – „Höchste Gefahr für die Fußgänger im Verzug!“ Es geht zu wie auf einem Jahrmarkts – Scooter!

Es war für mich wirklich erstaunlich festzustellen, dass es trotzdem noch genügend Fußgänger gab, die dem Druck der Autofahrer trotzten. Ich reihte mich brav am Rande der Großen Straße ein, kein Gedanke an eine gefährliche Überquerung dieser. So kam ich bei Fielmann an. Sofort wurde ich von einer netten Dame im Empfang genommen „Wo können wir Ihnen helfen?“ Nach den Eindrücken der letzten 500 Meter Große Straße war das echt toll!
Eine ausführliche Erklärung zu Gläser-Varianten und zu möglichen Gestellen ließen die etwa 30 Minuten dort im Laden schnell vergehen. Nun wollte ich weiter vergleichen, doch ein Anruf meiner Frau stimmte mich zur Umkehr in Richtung Parkhaus. Also zu den Optikern Frenzel und Wolf zu gehen steht noch für den Januar an – nach dem Rententag.
Jetzt hatte ich Mut und überquerte die Straße mit dem irren Verkehr wegen der tollen Botschaft, dass jetzt nach 24 Jahren Leerstand vielleicht das Haus der Georg-Kurtze-Str. 1 vom Eigentümer saniert werden könnte.

Als ich mich der Ampel am Lustgarten näherte, fiel mir das Schild eines weiteren Optikers ins Auge – Brille 96. Na toll, das schafft man noch, ist ja fast auf dem Weg.
Ich trat ein und der Inhaber oder so etwa saß mit einem Telefon am Ohr in seinem Sessel hinter einem kleinen Tisch. Mit dem Finger deutete er auf das Telefon…. ein Platzangebot blieb dagegen aus. Eine leise dennoch hörbare Bemerkung am Telefon „Ist nur ein Kunde“, ließ mich ein wenig einsacken. „Ich bin in der Warteschleife, wenn ich raus bin dann fange ich von vorn an!“ Toll dachte ich, meint der ich bin blöde.
Ohne Anheben aus dem Sessel oder unterbrechen des Telefonates oder Platzangebotes offerierte mir der nette Telefonist beiläufig, dass es Brillengläser vom kleinen Preis bis zum Superpreis gibt, die Gläser und deren optische Möglichkeiten lassen das alles doch zu. Ich dankte und war mit einem noch höflichen Abschwung raus aus diesen Laden. Um mich zu vergewissern schaute ich noch einmal zurück, nach oben auf das Schild übern Laden – Tatsache, muss ein Optiker sein, „Brille 96“ GmbH steht da drauf. Ho, ho, ho das war das Erlebnis der besonderen Art.

Für die ganze „Brillen-Expedition“ in die Altstadt an diesem Tag hatte ich im Parkhaus 30 Cent zu berappen und war ziemlich missmutig, weil ich nur Kunde bin, kurz danach wieder zu Hause.
Nachmittags hatte ich etwas gegoogelt und mir einen Auszug aus dem Internetangebot von „Brille 96“ kopiert:

Zitatbeginn:
Besuchen Sie uns! Wir beraten Sie gerne, kompetent und individuell. Fragen Sie nach unseren aktuellen Angeboten! Wichtig! Vergleichen lohnt sich immer!
Zitat zu Ende

In aller Freundschaft oder mein lieber Scholli, in einer Hinsicht hat der ja richtig Recht – vergleichen lohnt sich immer! Der nette Telefonist ist bei mir mit seinem Superladen raus aus dem Rennen! Die Weihnachtstage brachten genug Gelegenheit das alles unseren lieben Gastgebern oder auch unseren Gästen zu erzählen. Man ist der Auffassung, dass sich der Fachberatungsanspruch des Gewerbevereins „damit total deckt“ – man ist ja nur Kunde. Es ist eigentlich ganz traurig, angesichts des mir bekannten Klagens der Gewerbetreibenden über ihre missliche wirtschaftlich angespannte Lage, sollte dennoch nicht unerzählt bleiben.
Sicher hatte ich mit meiner unbewussten Suche nach der Ausnahme um das Mühen um den einzelnen Kunden an diesem Tag und in diesem Laden eine Punktlandung gemacht.
Doch noch einmal werde ich auf keinen Fall dort eintreten wollen, diesem Laden kann ich mein Geld nicht ins Haus tragen. Es sind ja noch zwei Vergleiche in der Großen Straße demnächst möglich……
die Krux der Geschichte ist die, dass der Chef vom Gewerbeverein selbst Optiker ist!

Ein ganz dickes Brett….

Nachdem ich bereits vor etwa 18 Monaten über die Gründung des Fördervereines „Flugplatzmuseum Strausberg e.V.“ berichtet hatte, stellt sich inzwischen eine ganz neue und tolle Aktivität des Vereines in den nächsten Tagen mit einem Tag der offenen Tür vor.
Der Verein hat eine am Boden durch Überschlag verunfallte Antonow AN-2 zum Schrottpreis gekauft, um das nicht gerade kleine Teilchen vor der Schrottpresse zu retten.

anna1 Der Überschlag am Boden und die Beschädigungen waren der Grund, dass das Flugzeug nicht mehr in Dienst gestellt wird. Die vier Blätter des Propellers sind nicht nur verbogen, die sind richtig krumm und somit leider Schrott. Dennoch waren die gesamten Beschädigungen einigermaßen überschaubar.
Das am Heck hochstehende Seitenleitwerk hat beim Überschlag eine ganz herbe Delle bekommen, es ist gestaucht und geknickt und ist hin. Ein Ersatz-Seitenleitwerk ist ausfindig gemacht worden, nun muss verhandelt und gehandelt werden. Ohne Seitenleitwerk sieht auch die AN-2 nicht so toll aus… anna5 Eine Tragfläche hat es auch ganz schön getroffen. anna4
Der Förderverein hat sich das Ziel gestellt, die AN-2 soweit wieder zum Flugzeug zu reparieren, dass es als Ausstellungsobjekt auf dem Flugplatz in unmittelbarer Nähe zum Flugplatzmuseum abgestellt werden kann. anna3 Hier auf dem Flugplatz sind viele Jahre diese Flugzeuge stationiert gewesen und die Strausberger Bürger kennen sie noch ziemlich genau. Keine Angst, anna8 der Motor soll nicht mehr zum Laufen gebracht werden, gehört aber der Komplettheit wegen zum Flugzeug. Hier sind bereits vier Ersatzblätter des Propellers beschafft worden.

Weiterhin ist schon Ersatz für die beschädigte Tragfläche besorgt worden – man muss eben wissen wo so etwas noch vorhanden ist. Und einige Kollegen im Verein wissen das eben mal…. anna7

Doch es ist noch viel, viel Arbeit erforderlich bis der Flieger, ohne Anspruch wieder geflogen zu werden, repariert und komplettiert ist. Neben den genannten Schäden sind vor Transport nach Strausberg noch andere Schäden beim Bewegen des Flugzeuges durch unsachliches Hantieren von Helfern mit einem Gerät wie einem Gabelstapler entstanden. Einfach mal einen Teil der Gabel des Staplers durch die Aluhaut gestoßen und nach oben ausgerissen – das zeugt von Nichtkönnen des Fahrers. Kein Manöverschaden.

Das muss nun aufwendig repariert werden. Das erforderliche Blech ist schon geordert und es muss nur noch gewerkelt werden. Nieten ausbohren, Schablonen zum Flicken der Außenhaut herstellen, aufs Blech übertragen und mit einer scharfen Schlagschere sauber ausschneiden. Dabei ist man auf Unterstützung örtlicher Handwerksbetriebe  mit solchen Geräten  angewiesen!
Neue viele Löcher für die vielen Nieten bohren und dann neu vernieten, vorher den Schnitt außen anschäften, die Auflage vorbereiten wegen der erforderlichen Dichtheit der Reparaturstellen. Davon gibt es einige…. anna9

Diese Arbeit wird einige Vereinsmitglieder ordentlich ausfüllen, handwerklich „vorbelastete“ Helfer mit geschickten Händen sind immer willkommen. anna10

Wer mitmachen möchte kann sich beim Verein oder auch bei mir melden. anna11 Klappern gehört zum Handwerk, ich bin Handwerker und klappere in der nächsten Zeit für den Verein und die AN-2.

 

Fortsetzungen werden folgen….

Noch eine Ausfahrt…

Das war ein Tag….
Extra zum vereinbarten Termin mit dem Doc in Berlin sind wir aus Fonyód zurück. Solch einen Termin zu verpassen.. na ja die öffentliche Diskussion wegen der Wartezeit auf Arzttermine ist ja allgemein bekannt und solch Termin muss man einfach einhalten.
Also für den 08. August beim VBB mal per Internet Erkundigungen eingeholt wie und wo die Abfahrtzeiten und Umsteigestellen sind, da in Berlin Strecken gesperrt sind wegen wichtiger Gleisbauarbeiten.

So weit so gut, früh ab Hegermühle mit S-Bahn S 5 und der inzwischen 7,20 Euro kostenden Tageskarte Richtung Hauptstadt. Ostkreuz war das optimale Nahziel zum Umsteigen zur S 42 auf dem Ring. Während der Fahrt las ich die an der Station ausliegende Zeitung der DB mit den Hinweisen der derzeitigen Bauarbeiten und Umsteigungen. Höchst interessant fand ich den Artikel zum 90ten Jubiläum der ersten elektrischen Fahrt am 08. August 1924 vom Stettiner Bahnhof nach Bernau. Da bin ich ja genau am richtigen Tag unterwegs… Den damaligen Stettiner Bahnhof findet man seit vielen Jahren unter Nordbahnhof – genau mein Zielbahnhof und ziemlich neben der Praxis von meinem Doc.

Na nun wusste ich ja Bescheid und konnte mir ausmalen was am Nordbahnhof für ein Bohei passiert. Richtig gedacht, nach Umsteigen im Weiteren am Bahnhof Gesundbrunnen zwei Stationen bis Nordbahnhof und schon war der Sonderzug auf der anderen Bahnsteigseite präsent und oben angekommen war die Traube der VIP’s in der kleinen Bahnhofshalle unübersehbar. Ich mogelte mich vorbei weil ich schon gut 5 Minuten über der Zeit war.
Der Potsdamer Kollege Verkehrsminister war eingerahmt und erklärte gerade die Entscheidung für Strausbergs zukünftigen 20 Minuten-Takt. Übrigen war der Namenszug von Strausberg auch auf dem Sonderzug (über Pankow) nach Bernau mehrfach zu sehen.
Eine Stunde später nach der Untersuchung und Konversation beim netten Doc war der Bohei am Nordbahnhof vorbei, lediglich einige nette Damen der DB räumten die kleine Halle auf.

Da ich die Tageskarte für 7,20 Euro ausreizen wollte, fuhr ich dann von Gesundbrunnen mit der U8 bis zum Alex um mal bei Technix (Werbung Saturn) nach neuer Technik zu schauen und das Fachpersonal erzählen zu lassen. Die müssen wohl gerade eine Verkaufsaktion für Fernseher in Gang gehabt haben. Eine nette Mitarbeiterin wollte mir mindestens vier Mal an verschiedenen Stellen in der Etage nach jeweils einem freundlichen „Guten Tag“ einen entsprechenden Flyer mit Geräten und der Bemerkung „Sie suchen ein neues Fernsehgerät?“ in die Hand drücken. „Nein, ich suche keinen neuen Fernseher“ war jedes mal meine Antwort – zuletzt noch an der Rolltreppe nach unten.

Doch vorher hatte ich mir noch von oben den proppenvollen Alex als riesige Fußgängerzone mit flüsterleiser Straßenbahn angeschaut. alex1 Es soll damit meinerseits auf keinen Fall wieder ein Anstoß zu bisherigen Strausberger Diskussionen sein… nein, gar nicht. alex2
Doch es funktioniert zumindest am Alex anscheinend tadellos! Der Platz ist ja auch fast so groß wie die Strausberger Innenstadt, dann wäre ja für das Altstadt-Center kein Platz mehr, schließlich will uns ja noch einige Zeit der Vorhabenträger mit den Ring durch die Nase vorführen wollen.

Aus meiner Sicht haben sich die 7,20 Euro für die Tageskarte gelohnt, andere als bisherige Strecken gefahren, dem Minister beim VIP- und Elektrozug Jubiläum fast vor die Füße gelaufen (da wäre sicher richtig Freude aufgekommen) und noch nette Aussichten einer funktionierenden großen Fußgängerzone gehabt. Also wieder einmal – wenn einem Gutes widerfährt… (dann kann man auch demnächst wieder fahren)

Ausfahrt

Auch hier in Fonyód erreichte mich dank Post-Nachsendung die Einladung für die Wiederholungssitzung der Konstituierung der am 25.05.2014 gewählten Stadtverordnetenversammlung Strausberg.
Die Sitzung war für den 17. Juli um 17.30 Uhr im Volkshaus Nord in Strausberg festgelegt. Da sitzt man gut 1200km Fahrstrecke von Strausberg weg und dann das ganze Spektakel wegen der Wiederholung als dringende Empfehlung der Kommunalaufsicht.
Doch mit der Wahl hat man auch eine Pflicht übernommen – so zumindest sehe ich das. Eine ausgiebige Beratung in der Familie nach dem Motto „ was machst Du nun?“ schloss sich dem Öffnen der Post von der Verwaltung an. Letztlich gab es Zustimmung für den „Kurztrip“ von Fonyód nach Strausberg und zurück – alles wegen der Konstituierung der SVV. Solch eine Sitzung ist für mich ein sehr wichtiger Termin und Anlass am Beginn der Arbeit, dass für mich Erscheinen quasi eine Selbstverständlichkeit ist, eben alte bodenständige Erziehung von zu Hause…

Am 16.07. früh um 8.00 Uhr ausgeschlafen, gut gefrühstückt und mit ausreichend Reiseproviant ausgestattet fuhr ich in Fonyód los über Sopron, Wien, Passau nach Strausberg, wo ich am Abend knapp 21.00 Uhr von der Hitze etwas geschunden ankam.
Pünktlich zum Sitzungsbeginn war ich am Donnerstag vor Ort. Da schon einmal vor 4 Wochen geübt, mit einem kleinen Formfehler sich selbst deklassiert, wollten wir keine erneute Schlappe organisieren. Es lief alles wie schon vor 4 Wochen, lediglich einige Stadtverordneten fehlten diesmal aus welchem Grund auch immer. Lediglich konnte diesmal eine äußerst knappe Mehrheit, trotz der von der Links-Fraktion beantragten namentlichen Abstimmung, der Bürgermeisterin den Vorsitz des Hauptausschusses „bescheren“. Ich betrachte das als Vorteil, hatte es selbst fast 12 Jahre gemacht ohne dass irgend eine Fraktion das an sich ziehen wollte.

Na klar, das ist ein Bezahlposten mit Aufwandsentschädigung, das Geld kann man „mitnehmen“ und die Vorarbeit muss ohnehin die Verwaltung machen. Der Bürgermeister/die Bürgermeisterin macht das „qua Amt“ und man erhält dafür keine zusätzlichen Zuwendungen und sie muss die Vorarbeiten dennoch durch die Verwaltung machen lassen. Das spart der Stadt Geld, keine Millionen aber dennoch, und es ist eine gute Entscheidung. Ich will hier nicht über die Gegen – Stimmen mutmaßen, das kann ich mir sparen.

Spät am Abend fuhr ich mit Reiseproviant versehen, guter Musik und einem sehr guten Gefühl wieder nach Fonyód zurück, wo ich erst spät am Freitag Nachmittag ankam. Die Sachsen und Thüringer waren wegen des Ferienbeginns nun auch auf der Piste und Autos so weit man sehen konnte zu dritt nebeneinander bei 33 Grad außen. Duschen brachte nur mäßige Abkühlung.

Samstag in der Frühe rasch zum Balaton runter und gebadet und zum Frühstück zurück – das hat für die Hitzefahrt entschädigt. Beim Frühstück wurde ausgiebig „Bericht erstattet“ und die Familie hat noch nachträglich gutgeheißen diese Fahrt gemacht zu haben. Etwas verrückt muss man wohl sein, um so etwas zu machen. Aber sonst ist das Politik-Leben oft genug dröge und mitunter monoton, da fehlt dann etwas Pepp wie 1200 km zu einer Sitzung zu kutschieren. hibiskus1

Pünktlich nach meiner Ankunft und wie eigentlich in jedem Jahr blüht seit Samstag unser Riesen Hibiskus – ist doch auch sehr schön…. hibiskus2 Die nächsten 14 Tage werden wir ohne Politik aus Strausberg hier es uns gut gehen lassen wollen, versprochen. Wenn einem also Gutes widerfährt…..

Wohlfühlen

Nachmittags in Bogács losgefahren kamen wir in der Abenddämmerung in Fonyód an. Das Fahren auf der Autobahn war einigermaßen entspannt, die umherdüsenden Tagestouristen vom Wochenende waren wohl schon zu Hause. Sogar durch Budapest war es einigermaßen überschaubar, abweichend vom sonstigen teilweise 6-spurigem Chaos.

Schon an der Autobahn Abfahrt nach Fonyód war ein ziemlich lautes Motorengeräusch wahrzunehmen. Richtig angenommen – der Agrarflieger versprühte wieder einmal das „Mückentötolin“…. in gewisser Regelmäßigkeit in der Urlaubssaison. sprueh1

Zum Wohlgefallen der Touristen, die schließlich einen mückenstichfreien Urlaub verbringen wollen!

Man muss sich am Abend draußen gemütlich sitzend nicht mehr gegen Mückenstiche wehren, die netten Bohrer und Stecher sind fast nicht mehr „anwesend“.

Da wird über die an den Balaton angrenzenden Sumpf/Verdunstungsgebiete am Südufer vom Flieger abgeladen, was letztlich Insekten-/Mückenbruten in den Feuchtgebieten zu nichte macht. Für einen 14 Tage-Urlauber ist das angenehm, für die Einheimischen auf Dauer aber bedenkenswert. Denn im oftmals vollführten Tiefflug von etwa 100m über Grund werden auch die Häuser und Gärten der Bewohner besprüht. Wer sagt denen, was von oben an Chemie auf sie „geregnet“ wird? sprueh2

Wer länger als ein Urlauber hier ist, der wird schnell festgestellt haben, dass Singvögel nicht zu hören sind. Die Futtergrundlage ist mit dem Einsatz des Sprühzeuges dahin und existiert nicht mehr, wenigstens in der Urlaubssaison. Da gerade in der jetzigen Zeit die Bruten der Vögel wegen der größtenteils vernichteten Nahrungsgrundlage nicht aufziehbar sind, werden weniger Singvögel hier brüten oder sich überhaupt niederlassen. Das ist von uns schon seit Jahren so bemerkt worden.

Das hat mit dem anderorts viel diskutierten Klimawechsel absolut nichts zu tun – hier wird die chemische Keule vom Menschen gegen wehrlose Kreaturen eingesetzt, die im Ökosystem  immer vorhanden waren, die aus wirtschaftlichen Gründen unterliegen müssen. Eine erfolgreiche Zivilisation….

 

Nachfragen

Heute Nachmittag kamen einige völlig unerwartete Anrufe auf dem Handy an. Ich weiß nicht, ob das mit den seit dem 01.07. reduzierten Handygebühren in der EU zu tun hat.
Nun ist wohl absolut sicher, dass die Sitzung der SVV vom 19.06. eine Übungsstunde war und total daneben gegangen ist. Zwei nette Mitbürger aus Strausberg informierten mich so „weißt Du denn schon…“ ! Ja ich wusste schon und kann auch seit einigen Jahren lesen. Die haben mein Leben lang noch nie mit mir telefoniert – wegen der ideologischen Hemmschwelle! dsc00725 Ein anderer Anrufer war schon konkreter und fragte, ob ich denn am 17. Juli in Strausberg sei wegen der jetzt „richtig“ stattfindenden Konstituierung der SVV und ob ich wieder zur „Großen Koalition” gehören würde. Meine Frage, woher er weiß zu welcher “Koalition” bei praktizierter geheimer Wahl ich gehöre, blieb ohne Antwort.

Als ich die Fahrstrecke von gut 1000km, die erheblichen Sprikosten und die Unterbrechung des Urlaubs wegen möglicherweise wieder „eine in die Hose gehende Sitzung“ und dass mir möglicherweise das Format abhanden gekommen sein könnte dagegen hielt, wurde mir lediglich noch ein schöner weiterer erholsamer Urlaub gewünscht, den man ja schließlich auch brauche. Woher weiß der was ich brauche?
Ich dankte artig und höflich für die netten Wünsche, obwohl wir zurzeit nicht in Fonyód sondern in Bogács sind, östlich von Eger.
Es wäre schade, die hier angenehme Stimmung mit netten und herzlichen Menschen und stocktrocknem „Egri Bikavér“, fast schon liebe Verwandtschaft, mit nachträglichen Miesmachern eintauschen zu sollen, nur weil einige Zeitgenossen es noch immer nicht schaffen eine Abstimmungsniederlage zu verkraften – für die sollten wir den Sozialismus aufbauen…. Dann lieber Rot-Wein! Am 17.Juli stoße ich dann an…. Auf Dein Wohl Wolfgang!

Auch das noch

Das was man aus der Heimat hier in Fonyod so zu erfahren bekommt gibt Anlass zum Nachdenken. Eventuell ist die konstituierende Sitzung der SVV am 19.06.2014 ein „Probelauf“ gewesen und könnte ggf. wiederholt werden (müssen?). Die Kommunalaufsicht hat auf Einwand wohl die Feststellung getroffen, dass eventuell ein Stadtverordneter(Nachrücker) zur Sitzung sein Mandatsrecht hätte ausüben dürfen. Laut Wahlleiterin hätte er jedoch mit Mandatsannahme noch die 14 Tage Einspruchsfrist abwarten müssen. Was ist nun richtig?
Angesichts von Urlaubsplanungen und einer eventuellen Neuauflage halten sich die Kommunalaufsicht und/oder die Stadtverwaltung noch ziemlich bedeckt.
Insgesamt wäre das eine nie da gewesene Peinlichkeit… Fehlerhafte Einladung zur Sitzung, wenn es darauf hinausläuft, führt ggf. zu Nichtigkeit dieser. Das wäre ein schöner Schlamassel am Start in eine neue Legislatur. Muss man uns helfen?
Ich hätte ja gern bald Antworten auf meine Fragen. Doch von wen?

Heute am 4. Juli ist es wohl endgültig geklärt – die Kommunalaufsicht gibt die Wiederholung der konstituierenden Sitzung für den 17.07.2014 vor wegen fehlerhafter Einladung und damit verbundener Nichtigkeit der Sitzung vom 19.06.2014…..  Ich bin mal auf die Erklärung oder Deutung der Verwaltung gespannt. Wozu hat die Verwaltung eine Juristin, wenn man sich wie mit der Wünschelrute die Rechtslage selbst zurecht klauben muss?

Bin mal kurz weg…

Nachdem das mit der Kommunalpolitik aktuell in die Gänge gekommen ist, hat sich unsere Familie in den Urlaub abgemeldet – seit August 2013 die erste lange Pause ohne irgend etwas usw. Einfach Distanz haben zu Strausbergs Ereignisse und politische Konstellationen. Seit dem Wochenende sind wir somit wieder in Ungarn.

Das Wetter hatte uns mit 33 Grad fasst platt gemacht. Ich sage dann immer “Das richtige Kreislaufwetter für 4 Bypässe”… Aber vorgestern kam es dann knüppeldick mit schweren über die ganze Nacht andauernden Gewittern und mit mehr als ausreichend Regenwasser. Der Regen hielt auch noch gestern und heute früh an. Für den seit gut zwei Monaten ausgetrockneten Boden und die inzwischen gelb/braun gewordenen Grünflächen im Garten genau das Richtige. Grün ist jetzt wieder grün bis das Gras wieder trocken wird, nicht wie in der Politik wo grün nicht immer grün bleibt…. Das hat mit Strausberg absolut nichts zu tun!

Anderseits bekomme ich hierher die ausgelesene MOZ  von einem Freund nachgeschickt, auch mit Tagesunterbrechungen, und kann mir somit einen Eindruck von dem verschaffen, was so seit dem 19.06. im Weiteren an Feststellungen und Meinungen geäußert wird. Doch ich habe hier mit der gesamten Familie auch andere erfreuliche Sachen vor. Eigentlich sind wir mit den Enkel-(Erwachsenen) hier seit Pfingsten im gemeinsamen Urlaub, die waren wegen der Strausberger Politiktermine aber nachsichtig und hatten bislang selbst “geurlaubt”. Nun machen wir es gemeinsam. Heute waren wir einige Stunden im Thermalbad gleich um die Ecke – gut für die Gelenke und alles andere.

“Opa, ist das wegen der erforderlichen Mehrheit in der SVV und jetzt die Urlaubsverspätung?”  Soweit ok, ansonsten totale Abkehr von Versprechungen von Parteien.  Ich kann 20 und 22 jährigen Erwachsenen keine netten und nach Wahlen immer wieder anders kommende Politik-Märchen erzählen…. Die wissen selbst und bewusst im Leben stehend sehr gut Bescheid.

Heute Abend gibt es lecker Essen von Oma und mir, Nachbarn kommen auch (mit etwas Palinka) und morgen geht es auf die andere Seite, die Nordseite vom Balaton nach Badacsonytomaj, entweder mit dem Schiff oder mit dem Auto wegen einiger Abstecher, eher mit dem Schiffchen wegen des guten Essens heute Abend….

Konstituiert und Fahrt aufgenommen

Gestern war es dann soweit – die konstituierende Sitzung unserer SVV nach der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 begann pünktlich um 17.30 Uhr im „Volkshaus Nord“.
Vorher wurden noch von verschiedenen mit großen tollen Kameras ausgestatteten Pressemännern Fotos gemacht, auch das „große Klassenfoto“ von allen Stadtverordneten gemeinsam – nach guter bisheriger Gepflogenheit.

Dann wurde es ernst – der an Jahren älteste Stadtverordnete W. Winkelmann hatte die nur ihm zustehende große Ehre die Sitzung zu eröffnen und zu leiten, zu leiten bis zur ordentlichen Wahl des neuen Vorsitzenden der SVV und dessen Verpflichtung. Natürlich wird solche Gelegenheit genutzt, dem Auditorium der Anwesenden genügend mahnende Worte aber noch mehr beste Wünsche und und gute, kameradschaftliche Verrichtung für die Zukunft mit auf dem Weg zu geben.
Dies wurde letztlich mit reichlich respektierlichem Applaus am Ende der Rede bedacht.

Das Prozedere der Wahl einer Wahlkommission und deren eigene Konstituierung mit Benennung einer Vorsitzenden dieser wichtigen Kommission war die nächste Sache, die zu erledigen war. Diese Wahlkommission ist zuständig für die gesamte vor uns liegende Wahlperiode, die Vorsitzende ist die Kollegin C. Kneppenberg.

Der Sitzungsleiter forderte nun dazu auf, aus dem Kreis der anwesenden Stadtverordneten personelle Vorschläge für den zukünftigen Vorsitz zu benennen. Ich meldete mich sofort, machte einige einleitende Worte und schlug dann den Kollegen S. Schuster ( U.f.W. Pro Strausberg) vor. Es gab wohl doch einige Leute bei den Linken die annahmen, dass ich mich selbst vorschlagen würde – zwar haben mich 24 Jahre Kommunalpolitik abgehärtet und als Rentner hat man ja schließlich Zeit….  Doch mit 68 Jahren und vier Bypässe lässt man die Finger davon, die Jüngeren müssen ran und dann ein Kollege von keiner der Parteien.

Der Fraktionsvorsitzende der Links-Partei schlug ihren Kandidaten, den Kollegen M. Tietz vor. Es war die qualifizierte Mehrheit mit 17 Stimmen im ersten Wahlgang erforderlich. Nach Auszählung des ersten Wahlganges hieß es 13 für Tietz, 14 für Schuster und drei Enthaltungen. Warum bei solch einer wichtigen Sache sich drei Leute enthalten erschließt sich mir auf keinen Fall, zumal die Bewerber allgemein sehr bekannt sind.
Der zweite Wahlgang brachte dann das AHA-Ergebnis – 12 Stimmen für Tietz, 17 Stimmen für Schuster und eine Enthaltung.
Damit war S. Schuster gewählt und wurde vom Versammlungsleiter nach Verkündung des von der Wahlkommission festgestellten Ergebnisses nach vorgeschriebener Formel verpflichtet. Damit übernahm S. Schuster dann die weitere Sitzung, das alles fast in Wiederholung von vor 24 Jahren – ist doch gut so!
Zum 1. Stellvertreter des Vorsitzenden wurden N. Reinking (SPD) und zum 2. Stellvertreter D. Krebs (CDU) gewählt. Ich gehe davon aus, dass die Wahl von N. Reinking bei der nächsten Sitzung im Juli wegen eines Verfahrensfehlers der Wahlkommission wiederholt werden wird, keine große Sache aber im überregulierten Deutschland notwendig. Das ist dann eine andere Geschichte…

Im Übrigen ist Mehrheitsbildung keine Lagerbildung sondern lediglich eine Art und Ausdruck von Meinungsfreiheit, ist neben der Handlungsfreiheit grundgesetzlich geschützt. Wie andere Mehrheiten, oft fürs eigene Klientel, mitunter sehr merkwürdige Ergebnisse an Beschlüsse zu Stande brachten, haben wir jahrelang mitunter kopfschüttelnd hinnehmen müssen. Ich hoffe nur, dass das zur Vergangenheit gehört!

Die weitere vorher bestätigte Tagesordnung wurde in der Folge zügig abgearbeitet.