Meine zwei Fragen an den General…

Um es vorweg zu sagen, es war ein lockerer und somit angenehmer Abend bei einem Gespräch mit dem Brandenburgischen Innenminister Jörg Schönbohm.
Die Einladung kam vor gut einer Woche per Email vom Landtagsabgeordneten Ravindra Gujjulla. Eigentlich müssten viele Menschen Dr. Gujjulla kennen, den Inder in Brandenburg aus Altlandsberg, seine Patienten auf jeden Fall. Es ist ein angenehmer Zeitgenosse, den ich schon viele Jahre kenne. Wo er schon Zeitgenosse ist, dann ist er auch ansonsten Genosse als Landtagsabgeordneter der SPD. Es sollte auch ausdrücklich keine Wahlveranstaltung werden – wer es glaubt. Aber egal. Als Gast hatte Ravindra Jörg Schönbohm eingeladen für ein „Cafe – Gespräch“ um 19 Uhr und die meisten der sehr vielen Gäste tranken ein angenehm kühles Bier, Jörg Schönbohm auch.

Die Gesprächsrunde wurde moderiert von Ravindra Gujulla, Frau Dr. Bock und Bürgermeister Thierfeld. Jeder der Moderatoren hatte seine vier Fragen an Jörg Schönbohm in der Reihenfolge vorbereitet und auch an den Mann gebracht. Die Antworten waren sehr interessant und die Art und Weise des Umganges mit den Fragen und damit auch mit den Zuhörern war angenehm locker und unkompliziert. So ließ Schönbohm entsprechend der gestellten Fragen viele Einblicke in sein privates Leben zu – eigentlich ganz normal. Meine eigene Feststellung dazu ist, dass Schönbohm doch ein Familienmensch ist. Die mit seinen verschiedenen Jobs zu erklärende knappe Zeit für die Familie wurde aber völlig und sehr intensiv mit der Ehefrau und den Kindern verbracht.

Nachdem die „offiziellen“ Moderatoren ihre Fragen gestellt hatten, Schönbohm diese mal kürzer, meist länger beantwortet hatte – mit immer wiederkehrenden Hinweisen „nächste Antwort dann kürzer“, konnten auch Gäste Fragen an Jörg Schönbohm richten. Ich hatte ihn 1990 bei der Kommandoübernahme in Strausberg seitens der Stadt offiziell begrüßt und ging darauf kurz ein, ebenso auf den letzten Kontakt vor etwa 10 Jahren als er im Auftrag des Bundespräsidenten das Bundesverdienstkreuz an Oberst Prayon überreichte. Darüber habe ich schon zum Partnerschaftsvertrag im März geschrieben.

So hatte ich völlig unvorbereitet zwei kurze Fragen an Schönbohm. Die erste Frage: „Herr Minister sind Sie heute mit dem Dienstwagen gekommen und sind Sie sich der damit verbundenen Risiken bewusst?“ ( Vielleicht werden nicht nur in Spanien dicke Dienstkarossen geklaut)Das löste einen allgemeinen Lacher aus, aber Schönbohm ging ernst mit der Frage um und beantwortete Sie trotzdem locker und dennoch korrekt.

Meine zweite Frage berührte ein Lieblingsthema von ihm, das Polizeiorchester. Bei den Reformen der Polizei in den vergangenen Jahren ging es ja immer wieder um Kosten. Er sparte das Polizeiorchester immer wieder aus der Diskussion aus. Gunter Fritsch, der Kollege Gunter, hatte einmal in einer Landtagssitzung, als er noch nicht Landtagspräsident war, auf diesen „wunden“ Punkt verwiesen.

Meine Frage dazu: „Herr Minister, bleibt das Polizeiorchester im Bestand erhalten wenn Sie dann im Herbst in den Ruhestand gehen“? Einige Insider grinsten breit, auch der Kollege Gunter. Die knappe Antwort von Schönbohm: „Ich gehe davon aus, dass es erhalten wird. Ansonsten könnte ich `ne Menge dazu erzählen, aber lassen wir das“.  Ich selbst bin zufreiden, dass es das Orchster gibt – was ist nicht schon alles weggespart worden!

Ein Fazit meinerseits: Der Einladende hatte mit 15-20 Gästen gerechnet auch hinsichtlich der kurzen Einladungsfrist. Es sind etwa 40-50 Gäste gekommen und nicht nur aus Strausberg. Unter den Gästen waren die Justizministerin Blechinger, der Landtagspräsident Fritsch, Bürgermeister aus umliegenden Gemeinden. Da es überhaupt keine Wahlveranstaltung sein sollte und doch eine solche gewesen ist, war es ein angenehmer fast unpolitischer Abend. Zum Abschied wünschte ich Jörg Schönbohm alles Gute für die Zeit nach der Politik, die er nach seinen Aussagen so richtig mit der Familie genießen will. „Lassen Sie die Hände von der Politik“ war mein bescheidener Rat wo er antwortete :“Ja sicher, das hätten Sie auch tun können!“ Wusste er Bescheid?

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