Bauausschuss vom 09. Februar 2. Teil…Solarpark

Wie bereits im ersten Teil über die Bauausschusssitzung vom 09. Februar 2010 kurz am Anfang erläutert, hatten wir zur Tagesordnung noch ein gewichtiges Thema zu behandeln. Die MOZ hat inzwischen auch darüber geschrieben, war aber beim vorgelagerten Ortstermin nicht dabei. Wir hatten uns wie bereits erwähnt vor Ort umgeschaut und die Ausführungen und Hinweise der Planer und des Inverstors der Solaranlage gehört.

Uns lag im Weiteren eine Beschlussvorlage der Verwaltung vor mit dem Betreff „Festlegung der Flächenkulisse für den Solarpark Strausberg“. Der Ausschuss hatte sich bereits in einer vorigen Sitzung auf eine Fläche von maximal 150 ha in dem großen Dreieck zwischen Hohensteiner und Garzauer Chaussee mehrheitlich ausgesprochen. Dazu muss noch erwähnt werden, dass der Investor vorher im Herbst an Stadtverordnete und Verwaltung das Angebot unterbreitete, die Solaranlage auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lieberose zu besichtigen und auch im Weiteren eine Besichtigung bei einem Hersteller von Solarmodulen in Frankfurt/Oder zu machen. Der Bus war ziemlich voll, selbst konnte ich nicht teilnehmen. Doch die Resonanz dieser Besichtigungstour war anfänglich einhellig „Wollen wir auch“, bis zwei Wochen weiter erste Begeisterte quasi implodierten und der ganzen Sache gar nichts mehr abgewinnen wollten. Damit muss man eben leben, auch wenn mitunter das Verständnis dafür fehlt.

Der Investor trug vor, dass hinsichtlich der gesamten Wirtschaftlichkeit des Solarparks er eine relativ große Fläche für die Module favorisiere, aber er sich dem Votum des Ausschusses stellt. Wegen der Kosten für ein notwendiges Umspannwerkes käme eine von der Verwaltung vorgeschlagene Flächengröße von etwas 76 ha für ihn kaum in Betracht. Eine gute akzeptable Kompromissgröße wäre eine Fläche zwischen den max. 150 ha und 76 ha. Der Ausschuss stimmte dann letztlich über die Variante B2, nach Anlage 4 zur Vorlage, was eine Gesamtfläche für den Solarpark von ca. 110 ha ausmacht. Das Abstimmungsergebnis lautete: 7 Stimmen dafür; 2 Gegenstimmen; keine Enthaltung! kopie-vonvariante-b2-solarpark

Zu anderen Gelegenheiten gab es schon Anfragen wie „Was hat Strausberg von diesem Solarpark?“ oder „Wird dadurch der Strom zu Hause billiger?“ Was wir vom Solarpark unmittelbar haben ist nicht unmittelbar hier in Strausberg positiv nachweisbar. Mit dieser Anlage wird ein Beitrag geleistet, dass für Elektroenergie wieder ein Teil an fossilen Energieträgern weniger verbrannt werden muss und die Kohlendioxid-Bilanz um einen weiteren geringen Anteil verbessert werden kann. Der Strompreis hier in Strausberg wird von dieser Anlage nicht beeinflusst, da ins das überregionale Netz eingespeist wird.
Um es noch einmal zu betonen, es wird heute und morgen kein Solarpark gebaut, nein in Deutschland geht das nicht so schnell! Es sind jetzt erst einmal die Voraussetzungen geschaffen worden, dass die nach geltendem gutem deutschen Recht erforderlichen weiteren Planungs- und Genehmigungsverfahren weitergeführt werden können.

Übrigens, eine Bemerkung fast in eigener Sache – der Modellflugplatz unseres Vereines FMC Neuhardenberg in Gottesgabe soll einem Solarpark weichen.

2 comments to Bauausschuss vom 09. Februar 2. Teil…Solarpark

  • admin

    Ich weiß im Augenblick nicht was Du mit landwirtschaftlicher Fläche meinst….diese Flächen sind in den 90iger Jahren nach und nach gegen eine ordentliche Stilllegungsprämien des Bundes oder der EU aus der Bewirtschaftung genommen worden.
    Seit dem wächst dort das was wir sehen wenn der Schnee weg ist, Gras und Melde. Schafe waren auch schon ab und an drauf, war wohl nicht so toll. Nun können wir den Flächen ja noch das Prädikat “touristisch wertvoll” geben weil sie an der Einfahrtsstraße zum Naturpark “Märkische Schweiz” liegen. Wenn sie so wichtig für landwirtschaftliche Nutzung (durch wen???) sind, erhebt sich die Frage warum sind sie seit vielen Jahren nicht genutzt wurden(Bodenklasse???märkischer Sand), zumal sie dann auch für Wohnungsbebauung mit in Betracht gezogen worden sind und sich Planer und Behörden und Kommunalpolitiker damit über viele Jahre beschäftigten.
    Ich kenne niemand bei der Behörde (Kreis), der hier ein Veto bisher zu Gunsten landwirtschaftlicher Nutzung einlegte. Und dem Investor geht es wahrscheinlich ähnlich wie einem Häuslebauer – man versucht sein Vorhaben eben in eine für sich wirtschaftliche Größe darzustellen, auch wenn das Grundstück manchmal zu klein oder zu groß erscheint. Eigentlich ging es noch vor ganz wenigen Wochen um max. 150 ha, wo politische Zustimmung zu Stande kam. Wir können natürlich reglementieren und nochmals reglementieren, dann machen auch die Letzten nur noch einen großen Bogen um die Stadt.

    Aber irgendwie erinnere ich mich ganz, ganz schwach, dass Du eigentlich derjenige warst, der uns nach Lieberose quasi übermittelte “Woll’n wir auch”. Ich frage mich schon, vor wessen “Haustür eine solche Anlage hingezimmert”wird? Die eigentlichen Haustüren sind schon ein beträchtliches Stück weg davon. Aber Du weist ja… die Gedanken sind frei und Gott sei Dank auch jeder in seiner Entscheidung ohne Rechtfertigungsverpflichtung – das gilt auch für Dich.
    Gruß
    Jürgen

  • Die Frage für mich ist immer noch: Brauchen wir hier einen so großen Solarpark, wie der Investor es gern hätte?
    Was hat der Bürger davon und was hat die Stadt Strausberg davon?

    Global gesehen, ist Solarstrom schon eine vernünftige Alternative zu anderen Stromarten. Das ist keine Frage. Nur sind wir hier Lokalpolitiker, die von den Bürgern Strausbergs gewählt wurden und da sollte man sich o.g. Fragen stellen.
    Ich sehe da nicht unbedingt die großen Vorteile, wenn uns unmittelbar vor der Haustür eine solche Anlage hingezimmert wird. Konversionsflächen können da gern genutzt werden, aber landwirtschaftliche Flächen?
    Und wenn man bedankt, dass ursprünglich die alte Müllkippe für einen solchen Solarstandort vorgesehen war, um die Fläche vernünftig zu nutzen, dann staune ich, wie weit sich das Projekt bis jetzt ausgedehnt hat.

    Und der Strompreis wird auch hier in Strausberg durch eine solche Anlage beeinflusst. Denn alle Stromkunden zahlen den erhöhten Strompreis am Ende, der durch die Förderung regenerativer Energien entsteht. Wobei er durch diese eine Anlage hier wahrscheinlich nur einen minimalen Teil ausmachen wird.

    Gruß
    Jens

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