Seit einigen Tagen und rechtzeitig zum 06. Mai war ich nach einigen Wochen in Ungarn wieder in Strausberg. Warum rechtzeitig zum 06. Mai? Vor 20 Jahren am 06. Mai waren die ersten (und auch die letzten) demokratischen Kommunalwahlen in der ehemaligen DDR. Im Ergebnis dieser Wahlen wurde ich am 30. Mai 1990 von der Stadtverordnetenversammlung zum Bürgermeister gewählt. Meine Amtszeit von knapp 12 Jahren incl. der Wiederwahl 1993 ging bis zum 05. Mai 2002. Am darauf folgenden Tag kam mein Nachfolger, Bürgermeister a.D. Thierfeld, ins Amt. Seine Amtszeit von 8 Jahren ging folgerichtig bis zum 05. Mai 2010 weil er nicht wieder gewählt wurde.
Und was war nun an diesem 06. Mai so wichtig? An diesem Tag kam zum ersten Mal eine Frau in der Bürgermeister-Männerwelt als Bürgermeisterin in Strausberg ins Amt. Das wollte ich mir als Vor- Vorgänger nicht entgehen lassen zumal ich dafür einige “kleine Schräubchen gedreht” habe… Vor der regulären Stadtverordnetenversammlung fand also eine nette „Amtsende und Amtsbeginn – Zeremonie“ statt. Der ehemalige Kollege Nachfolger bekam von vielen Seiten viele nette und warme Worte und Dank. Der Abgesandte des Landrates, sein erster Beigeordneter, konnte sich vor Lob und Dank kaum bremsen und es entstand nicht nur bei mir der Eindruck, dass die Wahlniederlage dem Landrat und seiner durch SPD und LINKE gebündelten „Amtsstütze“-Kooperation viel mehr zu schaffen macht und völlig ungelegen kam. Anders kann man die kleinen nicht so netten Pfeile vor und nach der Bürgermeisterwahl aus Richtung Seelow nicht deuten. Nun ist die Freude dieser Leute jetzt am Größten über eine Frau im Amt hier in Strausberg, so sagen sie es vor Mikrophon und Kamera…und sind ehrlich dabei??? Das ist die Kreide, die man frisst um wohl zu klingen!
Insgesamt waren die Verabschiedung und auch die Amtseinführung seitens der Stadt selbst sehr würdig und angemessen vorbereitet und durchgeführt worden.
Nun ist sie im Amt und muss nun zeigen, dass eine Frau in der Bürgermeister-Männerwelt ihre Frau steht und die Verwaltung und Stadt führen kann. Gut 10 Tage ist sie im Amt und die Stadt steht noch…Sicher wird sie wie jeder in solchem Amt auch Fehler machen. Dann werden diejenigen ihre „Chance“ nutzen, die dann grinsend bemerken „haben wir doch eh gewusst“. Diese netten Mitmenschen wird man dann öffentlich rhetorisch auf die Schulter klopfen…
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