Eigentlich wollte ich das einfach ignorieren… ja was?

In der „Internet – MOZ“ gab es zum am 16.06.2010 / 18:49  erschienenen Beitrag „Demokraten gegen Extremisten-Marsch“ einen Kommentar eines C. Menzel. Inzwischen weiß ich nun auch was das C darstellt. Da dieser Beitrag öffentlich ist und auch ich namentlich erwähnt werde ist es jetzt wert, diesen Kommentar noch einmal aus der Senke in die Öffentlichkeit zu holen. Warum?…heute ist dieser Kommentar als „Leserpost“ in einem geänderten, kürzeren Wortlaut erschienen.

„Internet-MOZ“ 17.06.2010  / 10:00 Strausberg zeigt Gesicht gegen Faschismus

„Für mich ist immer wieder bezeichnend, wie viele Menschen es mit der Einheit von Wort und Tat ernst meinen.
Herr Schmitz aber auch andere aus der SVV wollen lieber das die Polizei den Aufmarsch von KMOB ungehindert gewährleisten kann. Wir Antifaschisten sollen dann am besten die Fenster schliessen und wegsehen, wenn die Faschisten ihr Unwesen treiben. Das unsere Region stark auf Tourismus angewiesen ist, das übersehen diese Demokraten der CDU und der offenen Fraktion. Auch in unsere Stadt, haben wir Gewerbetreibende, die nicht in Deutschland geboren worden, sollen diese in Zukunft hier in Angst leben, weil sie wissen, das die Bürger von Strausberg dem Unwesen der Faschisten tatenlos zusehen werden?
In Dresden, Bernau und Eberswalde haben wir Antifaschisten gezeigt , das wir die Faschisten nicht ungehindert ziehen lassen.
Das Herr Schmitz und einige andere sich dem zivilen Ungehorsam nicht anschliessen werden zeigt doch nur wessen Geistes Kind sie sind.“ C. Menzel

moz21062010

Herr Menzel bezieht scheinbar seine Weisheiten über mich aus dem MOZ – Artikel „Demokraten gegen Extremisten-Marsch“, wo ich mit einem Satz zitiert werde „Im Sozialausschuss mahnte Jürgen Schmitz (offene Fraktion), dass der Polizei – erwartet wird ein massives Aufgebot – durch Nazi-Gegner die Arbeit nicht erschwert werden dürfe.“ Was scheinbar seine Weisheit nicht unbedingt berücksichtigt ist, er war bei diesem Gespräch im Sozialausschuss gar nicht dabei. Somit weiß er auch scheinbar bis heute noch immer nicht, dass ausgerechnet der Stadtverordnete Mader (LINKE) die Frage zum Thema an die anwesende Bürgermeisterin richtete „Wie ist die Stadt (oder wer?) versichert, wenn es durch diesen Marsch der Nazis Schaden gibt? Ich habe Sorge um die, die mit den schwarzen Kapuzen….“ Darauf hin mein obengenannter Appel, worauf der Stadtverordnete Mader lediglich bemerkte „Jürgen Schmitz hat recht…“

Was passt dem derzeitigen Kreis – Gewerkschaftschef IG Bau nun nicht? Er stellt für mich und andere Stadtverordnete, Bürger dieses Landes, in Abrede, dass man eine eigene und völlig andere Auffassung zur Gesetzestreue und zum Demokratieverständnis hat wie Herr Menzel. Er bezeichnet sich selbst als Antifaschist, ohne überhaupt irgendwelche Hinweise darüber und zu seiner wahren Lebensleistung mit diesem Anspruch nachweisen zu können. Mangelndes oder überhaupt kein vorhandenes Demokratieverständnis aus seinen Sätzen liest man heraus – wer nicht mit mir(mit Antifaschisten)ist, der ist gegen uns. Solche Selektionen in Gute und Nichtgute, Lebenswerte und Nichtlebenswerte waren furchtbare Praxis in der Nazizeit. Nachdenken Herr Menzel….wenn möglich.

In der Zeit des Bürgermeisterwahlkampfes bin ich durch ein in die Haushalte lanciertes Papier der LINKEN quasi wieder zum Klassenfeind erkoren – Zitat „ …Jürgen Schmitz und seinen diffusen politischen Gruppierungen, die Liberaldemokraten eingeschlossen…“. Das liest sich wie Papier aus alter Zeit aus Birthler’s Regalen. Bei Herrn Menzel heißt es jetzt aktuell „… diese Demokraten der CDU und der offenen Fraktion“. Ist ja fast nicht zu verwechseln! Bei mir vermisst Herr Menzel offenbar den “Klassenstandpunkt” a la nix mehr DDR. Kann er ja, solch einen Standpunkt habe ich nicht, ich bin nur Mensch. 1989 endete das Klassenstandpunkt – Gefasel in einem politischen und wirtschaftlichen Debakel, weil 40 Jahre lang die Beherrschenden der “Klasse”  diese verraten und nur benutzt haben.

Wer sich nach Herrn Menzel‘s Auffassung nicht dem „zivilen Ungehorsam“ anschließt „zeigt doch nur wessen Geistes Kind sie sind“. Was meint Herr Menzel damit nun genau???…der derzeitige Kreis- Gewerkschaftschef IG Bau. Geht es um den Vorwurf, dass man sich nicht am gemeinsamen Barrikaden-Bau beteiligt? Ich bin selbst genug in der Lage wie auch oft in der Vergangenheit, meine Auffasung von Politik und Demokratie selbst umfänglich auch in der Praxis zu leben. Dazu bedarf es nicht das Klischee- und Pseudo-Geplapper über “Einheit von Wort und Tat” a la SED von irgend wen…

 Herr Menzel wird ggf. einer Aufforderung in kommender Zeit sicher nicht ausweichen wollen, sich öffentlich klarer im Disput zu äußern. Vielleicht bei einer seiner Anfragen in der Stadtverordnetenversammlung – und dann die passende Antwort!  Dann wird es sich herausstellen….Vielleicht ist dann Herr Menzel in der Lage zu unterscheiden, was ein Demokrat und was ein Anarchist ist. Oder ist er auf der Suche nach Verlorenem. Ein guter Mensch hat mich da mal “aufgeklärt”…

„Der Sozialismus war eigentlich eine Philosophie. Als solche ist er Manchem aber schwer vermittelbar und zu wenig missbrauchbar. Denn Philosophie bedeutet nun einmal, den Dingen auf den Grund zu gehen. Darum wurde er schnell in eine Religion umgewandelt. So konnte man ihn besser nutzen den Dingen nicht auf den Grund zu gehen, wegen des besseren Missbrauches.

Wichtig für jeden Nutzer einer Religion sind die Fundamentalisten eben dieser Religion. Denn sie halten die Zweifler in Schach. Damit diese treuen Gläubigen glücklich sind, brauchen sie ihre Tempel und Symbole. Denn darüber definieren sie ihre Identität. Diese kann bei ihnen nämlich nicht aus der eigenen Individualität wachsen. Denn Individualität ist ihr größter Feind.

Wenn nun die Religion zusammenbricht, dann bricht damit auch die Identität dieser Menschen zusammen. Das Einzige was ihnen bleibt sind Symbole und Tempel. Wenn man ihnen nun auch noch diese nimmt, dann geht man an ihr “Eingemachtes”. Denn ohne ihren Tempel haben sie Nichts mehr.

Wer einer Philosophie traut, hat einen offenen Blick. Wer an einem gescheiterten Glauben hängt, schaut verbiestert in die Welt.“

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