Seit gut einem Jahr wird das beabsichtigte Vorhaben der Landfarm GmbH, im Ortsteil Hohenstein eine solche Anlage mit 150 Tausend Hähnchen zu bauen kontrovers diskutiert. Der Vorhabenträger machte schon vor wenigen Jahren überregional auf sich aufmerksam, als er auf einigen Ackerflächen Gen-Mais anbaute. Dies führte nach öffentlichen Aktionen gegen dessen Maisfelder zu einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, solch einen Maisanbau in Strausberg somit auch in Hohenstein nicht mehr zuzulassen. Das ist Geschichte…
Nach der Suche nach neuen wirtschaftlichen Möglichkeiten, erschienen scheinbar zeitgleich mit dem „Zurückdrängen“ solcher industriellen Haltungsanlagen in Holland „Interessensvertreter“ bei der Firma Landfarm GmbH. Diese ist ja seit der Wende mit einem Namensvorgänger am Standort der ehemaligen LPG in Hohenstein etabliert. Zwischenzeitlich ist die Tierhaltung, ob Schweine oder Rinder, wegen der „EU Marktregulierungen“ wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt worden. Es ist am Standort eine Bio-Gasanlage entstanden, das Gas wird verkauft und die Wärme verpufft. Angebote an die Bewohner des Dorfes, die Abwärme für die Beheizung von Häusern zu nutzen fand keine Resonanz, da nicht klar war wer die Rohrleitungen baut und wie lange der Wärmelieferer und Betreiber der Bio-Gasanlage Wärme zu welchen Konditionen liefern kann. Welcher Häusleeigentümer begibt sich auf so dünnes Eis zumal seit etwa 20 Jahren alle Formen von vernünftiger, technisch ausgereifter und beständiger Heizmöglichkeiten vorhanden sind und genutzt werden. Zu spät….
Kurz zurück zur Geschichte – Hohenstein war nach 1990 drei Jahre eigenständige Gemeinde mit eigener Planungs- und Entscheidungshoheit. In diesem Zusammenhang sind die ersten Beschlüsse der Gemeindevertretung zu Wohnbebauungen, zur Energieversorgung und zu Trink- und Abwasser gefasst worden. Dann erst wurde die Zustimmung zur Eigemeindung nach Strausberg beschlossen. So wurde der „Dorfentwicklungsplan“ auf Grundlage dieser gültigen Beschlüsse fortgeschrieben und hat seit etwa 15 Jahren Satzungscharakter. Die dort geplante und festgeschriebene Wohngebietserweiterung im „Oberdorf“ grenzt schon sehr auf gute Steinwurfweite an den ehemaligen LPG – Standort ohne Tierhaltung.
Beide Interessen, industrielle Tierhaltung von 150000 Hähnchen und das Festhalten an seitens der Stadt geplante Wohnbauflächen in Hohenstein, unter einem Hut zu bekommen ist nun die Absicht. Im Dorf besteht eine Mehrheit der Ablehnung der Hähnchenmast weil man befürchtet, dass erhebliche Geruchsemissionen der schon jetzt dort Wohnenden zur Last wird und die „Entsorgung“ des Mistes die Umwelt und das Grundwasser belastetet. Die unmittelbare Nähe zum Naturpark innerhalb des Dorfes ist auch Begründung der mehrheitlichen Ablehnung im Dorf.
Beide Interessen, industrielle Tierhaltung von 150000 Hähnchen und das Festhalten an seitens der Stadt geplante Wohnbauflächen in Hohenstein, unter einem Hut zu bekommen ist nun die Absicht. Im Dorf besteht eine Mehrheit der Ablehnung der Hähnchenmast weil man befürchtet, dass erhebliche Geruchsemissionen der schon jetzt dort Wohnenden zur Last wird und die „Entsorgung“ des Mistes die Umwelt und das Grundwasser belastetet. Die unmittelbare Nähe zum Naturpark innerhalb des Dorfes ist auch Begründung der mehrheitlichen Ablehnung im Dorf.
Bereits in diesem Frühjahr erteilte der Bauausschuss der Verwaltung den Auftrag, ein B-Plan-Verfahren vorzubereiten. Dieses steht heute am 01. Juli zur Beschlussfassung in der Stadtverordnetenversammlung an. Vorher wollte sich meine Fraktion, Offene Fraktion, vor Ort einen Überblick verschaffen nach dem Motto „Wir reden und beschließen nicht über die Hohensteiner, wir gehen hin und reden mit den Hohensteinern“. So fand am vergangenen Dienstag eine öffentliche Fraktionssitzung im Dorfgemeinschaftshaus statt. Trotz des Badewetters sind viele Hohensteiner gekommen, ebenso Stadtverordnete aller Fraktionen und, ganz wichtig, auch die Bürgermeisterin. Der Chef der Landfarm GmbH, den wir mit dieser Beratung quasi eine „goldene Brücke „ bauen wollten, ist lieber in den Urlaub gegangen, obwohl er noch vor vier Wochen solche dringende Terminerledigung im Monat Juni mit der Bürgermeisterin vereinbarte. So viel zur Ernsthaftigkeit des Vorhabensträgers, die von ihm nicht verstandenen Spannungen mit den Dorfbewohnern zu mildern!
Der Kompromiss der Zukunft könnte lauten – Hähnchenmastanlage ja weil baurechtlich nicht zu verhindern, aber auf einen noch im zu beschließenden Geltungsbereich des B-Planes zu definierenden Standort und weiter weg von der Wohnbebauung! Als Faktion und als Bauausschuss hatten wir uns schon vorher dafür ausgesprochen, um die vorhandenen Spannungen im Dorf zwischen der Landfarm GmbH und den Anwohnern zu vermindern. Diese Kompromissmöglichkeit ist am Dienstag mit sehr großer Mehrheit der anwesenden Hohensteiner quasi durch eine „Probeabstimmung“ den Stadtverordneten für heute mit auf den Weg gegeben worden. Wir werden das B-Plan-Verfahren nach heutiger Beschlussfassung weiter aufmerksam begleiten, da bin ich mir sehr sicher…
Letzte Kommentare