Wir bauen den neuen Marktplatz
Nachdem scheinbar das Thema “Kauf des Club am See” aus der hitzigen Diskussion herausgerückt ist, weil die BIMA einen privaten Käufer nach öffentlicher Auschreibung gefunden hat, ist ein anderes Strausberger Thema wieder erwacht (worden). Es geht um die Neugestaltung des Marktes als zentralen Platz in der Altstadt vor dem alten Strausberger Rathaus gelegen. Ein städtebaulicher Wettbewerb kürte mit einer Bewertungskommission vor einigen Jahren einen Siegerentwurf. Der kam allerdings in die berühmte Schublade, weil das Geld zur baulichen Umsetzung sowohl in der Stadtkasse als auch beim Land damals nicht vorhanden war. Vor etwa drei Jahren wurde die Unterlagen wieder gesichtet und ins Beteiligungs- und Genehmigungsverfahren zur Erlangung einer Baugenehmigung gebracht. In Strausberg wurde in mehreren öffentlichen Veranstaltungen darüber diskutiert, die Planungen lagen vier Wochen im Rathaus aus und letztlich begrenzten die zu beteiligenden Behörden Träume einerseits von viel, viel Grün und auch anderseits von nur Stein und Pflaster. Es gab dann den berühmten Kompromiss, der Behörde mit der Stadt, welcher nach demokratischen Beteiligung die abschließende Entscheidung der Genehmigunsbehörden ist und was tiefempfunden mit Demokratie meist gar nichts zu tun hat.
Mit diesem “Endstand” der Planung und Genehmigung überkam Strausberg die Kommunalwahl im September 2008. Der notwendige die Bauarbeiten auslösende Beschluss der Stadtverordnetenversammlung wurde nicht mehr gefasst. Das wurden den Neuen oder auch den Wieder-Alten überlassen, nachdem die Stadtverordnetenversammlung zur Konstutuierung am 23. Oktober 2008 zusammentrat und danach anfing zu arbeiten. Der Bauausschuss, wo ich die Ehre habe den als Vorsitzender zu leiten, hatte sich auf seiner ersten Sitzung nach Bildung am 02. Dezember 2008 unfänglich mit dem Thema befasst. Nach Informationen durch die Verwaltung, nach Diskussion und Abwägung aller bekannten Details gab es ein Fazit des Ausschusses ” So schnell wie möglich bauen, damit nicht wieder Zeitverzug eintritt wie schon im gesamten Jahr 2008″. Anwesende Pressevertreter berichteten daraufhin darüber. Urplötzlich gab es einen regelrechten Aufschrei aus dem Gewerbeverein Altstadt nach dem Motto ” das können die nicht machen”. Mir selbst wurde durch einen Vertreter des Gewerbevereins “undemokratisches Verhalten was an alte Zeiten und Gepflogenheiten in der DDR erinnert” in einer öffentlichen Ausschusssitzung vorgeworfen. Das war schon harter Tobak!
Gerade dieser nette Mensch war in der DDR-Zeit durch seine Zugehörigkeit zur “Nationalen Front” so mit dem damaligen System verbunden, um sicher heute zu wissen was undemokratisch ist. Zur Bürger-Fragestunde der letzten Stadtverordnetenversammlung trat dann der Gewerbeverein kompakt auf und stellte Fragen in der Art “was sich die Stadt(die Bürger) traut ohne grünes Licht des Gewerbevereins so einfach den Makt zu bauen” – weil man jetzt sich etwas anderes überlegt hat und man jetzt vieles am Vorhaben neu haben will. Zeitverzug spielt keine Rolle. Dass Bürger, Vereine und Verbände sich an der öffentlichen Diskussion bisher beteiligt haben wird völlig ignoriert nach dem Motto “Wir (Gewerbeverein) bestimmen!”
Fortsetzung folgt!
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