Noch eine Ausfahrt…

Das war ein Tag….
Extra zum vereinbarten Termin mit dem Doc in Berlin sind wir aus Fonyód zurück. Solch einen Termin zu verpassen.. na ja die öffentliche Diskussion wegen der Wartezeit auf Arzttermine ist ja allgemein bekannt und solch Termin muss man einfach einhalten.
Also für den 08. August beim VBB mal per Internet Erkundigungen eingeholt wie und wo die Abfahrtzeiten und Umsteigestellen sind, da in Berlin Strecken gesperrt sind wegen wichtiger Gleisbauarbeiten.

So weit so gut, früh ab Hegermühle mit S-Bahn S 5 und der inzwischen 7,20 Euro kostenden Tageskarte Richtung Hauptstadt. Ostkreuz war das optimale Nahziel zum Umsteigen zur S 42 auf dem Ring. Während der Fahrt las ich die an der Station ausliegende Zeitung der DB mit den Hinweisen der derzeitigen Bauarbeiten und Umsteigungen. Höchst interessant fand ich den Artikel zum 90ten Jubiläum der ersten elektrischen Fahrt am 08. August 1924 vom Stettiner Bahnhof nach Bernau. Da bin ich ja genau am richtigen Tag unterwegs… Den damaligen Stettiner Bahnhof findet man seit vielen Jahren unter Nordbahnhof – genau mein Zielbahnhof und ziemlich neben der Praxis von meinem Doc.

Na nun wusste ich ja Bescheid und konnte mir ausmalen was am Nordbahnhof für ein Bohei passiert. Richtig gedacht, nach Umsteigen im Weiteren am Bahnhof Gesundbrunnen zwei Stationen bis Nordbahnhof und schon war der Sonderzug auf der anderen Bahnsteigseite präsent und oben angekommen war die Traube der VIP’s in der kleinen Bahnhofshalle unübersehbar. Ich mogelte mich vorbei weil ich schon gut 5 Minuten über der Zeit war.
Der Potsdamer Kollege Verkehrsminister war eingerahmt und erklärte gerade die Entscheidung für Strausbergs zukünftigen 20 Minuten-Takt. Übrigen war der Namenszug von Strausberg auch auf dem Sonderzug (über Pankow) nach Bernau mehrfach zu sehen.
Eine Stunde später nach der Untersuchung und Konversation beim netten Doc war der Bohei am Nordbahnhof vorbei, lediglich einige nette Damen der DB räumten die kleine Halle auf.

Da ich die Tageskarte für 7,20 Euro ausreizen wollte, fuhr ich dann von Gesundbrunnen mit der U8 bis zum Alex um mal bei Technix (Werbung Saturn) nach neuer Technik zu schauen und das Fachpersonal erzählen zu lassen. Die müssen wohl gerade eine Verkaufsaktion für Fernseher in Gang gehabt haben. Eine nette Mitarbeiterin wollte mir mindestens vier Mal an verschiedenen Stellen in der Etage nach jeweils einem freundlichen „Guten Tag“ einen entsprechenden Flyer mit Geräten und der Bemerkung „Sie suchen ein neues Fernsehgerät?“ in die Hand drücken. „Nein, ich suche keinen neuen Fernseher“ war jedes mal meine Antwort – zuletzt noch an der Rolltreppe nach unten.

Doch vorher hatte ich mir noch von oben den proppenvollen Alex als riesige Fußgängerzone mit flüsterleiser Straßenbahn angeschaut. alex1 Es soll damit meinerseits auf keinen Fall wieder ein Anstoß zu bisherigen Strausberger Diskussionen sein… nein, gar nicht. alex2
Doch es funktioniert zumindest am Alex anscheinend tadellos! Der Platz ist ja auch fast so groß wie die Strausberger Innenstadt, dann wäre ja für das Altstadt-Center kein Platz mehr, schließlich will uns ja noch einige Zeit der Vorhabenträger mit den Ring durch die Nase vorführen wollen.

Aus meiner Sicht haben sich die 7,20 Euro für die Tageskarte gelohnt, andere als bisherige Strecken gefahren, dem Minister beim VIP- und Elektrozug Jubiläum fast vor die Füße gelaufen (da wäre sicher richtig Freude aufgekommen) und noch nette Aussichten einer funktionierenden großen Fußgängerzone gehabt. Also wieder einmal – wenn einem Gutes widerfährt… (dann kann man auch demnächst wieder fahren)

9 comments to Noch eine Ausfahrt…

  • When my daughter was in 1st grade (she's now a grandmother!), her teacher gave each student a multi-page booklet. The cover title was "All About My Mom." At the top of each page was 1 question like these. When I first read it at the open house, I laughed so hard I cried. Still treasure it!

  • Wolfgang Winkelmann

    Mit positiver Schlussrechnung meinte ich, dass die Aufwendungen den erhofften Effekt bringen. Meine Aufzählung was wir jetzt alles vor der Entscheidung Tram durch die Große Straße ja oder nein errichten sollte ein Hinweis darauf sein, dass wir das Pferd von hinten aufzäumen. Das der 20 Minuten Takt der S- Bahn wirtschaftlich negative Auswirkungen auf den Trambetrieb haben wird war ebenso vorhersehbar, wie das von Dir genannte Verkehrsgewirr. Nur sind diese Fakten offensichtlich permanent und nicht erst akut ausgeblendet worden. Schon aus diesem Grund kann ich mich dem gegenwärtigen Erfolgs- Bohei nicht anschließen.

  • Wolfgang Winkelmann

    Na ja, , wenn es mit dem Herz öffnen für die Tram getan wäre bliebe man ja bei einer sehr kostengünstigen Variante. Dem Vernehmen nach wird nun erst einmal das Großpflaster verfugt, sicher nicht kostenlos. Dann gilt es den noch immer beständigen Beschluss zu den Querungshilfen umzusetzen. Wenn das alles erledigt ist, sollte der getätigte finanzielle Aufwand resümiert, mit dem erforderlichen Aufwand Tram durch die Große Straße addiert und der zu erwartende Effekt analysiert werden. Ich bitte um Nachsicht, dass ich Zweifel an einer positiven Schlussrechnung mit oder ohne Fußgängerzone habe.

    • admin

      Dass es eine positive “Schlussrechnung” geben wird, diese Zweifel hatte ich immer. Wo ist und wie kann diese positiv sein?
      Du blendest in diesem Zusammenhang lediglich 20 Minuten-Takt und danach aus….. das schrittweise Aus für die Straßenbahn oder schließt Du Dich zumindest beim 20 Minuten-Takt dem Erfolgsdünkel der Bürgermeisterin an und man äußerst keine Bedenken, oder hat man für schon seit Jahren von Planern prognostizierte Bedenken zum selbst organisierten Chaos keine Gedanken übrig, weil diese derzeit im Erfolgs-Bohei störend wirken!

    • That’s not just logic. That’s really sensible.

  • Wolfgang Winkelmann

    Von wegen alles wird teurer. Für 1,30 Euro weniger als der gesetzliche Mindestlohn eine solche Konzentration von Eindrücken und Erlebnissen in wenigen Stunden als Gegenwert zu erhalten und dabei auch noch etwas für die Gesundheit zu tun, da kann man wahrlich nicht meckern.
    Traurig nur, dass nicht wenige Menschen im Zwang sind zu prüfen, ob sie sich die 7,20 Euro leisten können.

    • admin

      Da hast Du richtig Recht, anderseits ist solch eine “Ausfahrt” finanziell und zeitlich günstiger für mich als mit dem Auto zu fahren. Um den Nordbahnhof/Novalisstraße herum bekommt man bis spätesten 6.30 Uhr eventuell eine Parkmöglichkeit. Um diese Zeit und am Freitag möchte ich auch in Berlin nicht freiwillig zum Doc fahren. Die Fahrt dauert auch mindest eine Stunde und es es kostet auch Sprit von der Tankstelle..
      Parken am Alex nur weit, weit entfernt. Und ein Minister steht auch nicht neben dem Auto.
      Ja die Tageskarte ist auch “preisangepasst” worden im VBB, dafür konnte ich dann weil Strausberg/Nord gerade weg war nur bis Vorstadt fahren und hatte wieder einmal das noch andauernde Vergnügen mit der für gut 5 Mio. Euro angeschafften neuen Straßenbahn zu fahren. Mit dem 20 Minuten-Takt wird es dann ganz anders, dann fangen die Probleme in der Stadt erst richtig an. Dann gehen in der Müncheberger Straße alle 20 Minuten die Schranken runter und die Autos stehen in den nicht knappen Stoßzeiten bis Dahlmann und in Gegenrichtung bis Stadtverwaltung oder auch bis Nordheim an.
      Nur hurtig jetzt im Bauauschuss/Verkehr nach der Lösung suchen wie das kommende Gewirr in diesem Bereich aufgelöst werden kann. Brücke oder Unterführung sind ja leicht zu machen, dafür wird es vielleicht auch noch nach den kommenden vielen Landtagswahlen und der irgendwann Eröffnung des Steuergeld-Grabes BER noch Fördergeld geben. Vielleicht erinnert sich dann noch in Potsdam jemand an solchen Begriff…
      Aber unter uns, öffnet sich Dein Herz nicht doch vielleicht für eine Fußgängerzone mit Straßenbahn angesichts der von mir nun doch fast unbewusst gelieferten Steilvorlage???
      Würde doch schick aussehen, wenn links und rechts in der Großen Straße der Handel und Wandel quasi aus den Geschäften hinaus auf die Straße neben der Straßenbahn quillt, ob es graue oder bunte Schirme oder Zelte sind ist eigentlich schnurz piepe und die Straße proppenvoll ist. Jetzt ist sie auch proppenvoll – mit jede Menge Autos im Anarchieverhalten!

    • அவர் எதற்காக போராடினார்… எதற்காக 100 கோடி இந்தியர்கள் மற்றும் 3 கோடி வெளிநாட்டவர் அவரது போராட்டத்துக்கு ஆதரவு கொடுத்தனர் என்று தெரியாதா… ஜன் லோக்பால் மசோதாவின் மீது பாராளுமன்ற விவாதம் நடத்த வேண்டி போராடினார்… அதில் வெற்றி பெற்றார்.. 103 கோடி பேரை தன்னுடைய போராட்டத்தில் கலந்துகொள்ள வைத்தது மாபெரும் வெற்றி தானே… எந்த போராளியும் இது வரை செய்திருக்க முடியாத மா மாபெரும் வெற்றி…

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