Da gab es noch etwas in Strausberg im November 1989

Bevor hier in Strausberg die „friedliche Revolution“ so richtig begann, gab es noch Mitte November 1989  in Strausberg eine Sitzung Stadtverordnetenversammlung. Diese Versammlung war anders wie die davor gewesenen Versammlungen, man sprach sich jetzt nicht mehr mit Genosse sondern mit Frau, Herr oder Kollege an. Die Probleme waren eigentlich die wie sie bisher waren.  Es gab einige Abgeordnete, die den Sozialismus verbessern wollten, andere wollten scheinbar von der eingetretenen politischen Veränderung überhaupt nichts mitbekommen haben. Ein oder zwei gaben zum Besten, dass sie es schon immer wussten, wie es einmal kommt!

Woher ich das weiß? Im Laufe des Jahres 1990 kam der damalige Kontrolleur der städtischen Mülldeponie an der Hohensteiner Chaussee zu mir, Strausberger wissen wo das war, und übergab mir zwei oder drei dreckverschmierte Papphüllen mit Orwo-Bändern. Nachdem ich die Bänder habe reinigen lassen, wurden sie erst einmal weggepackt, denn wir hatten in der Folge kein Bandgerät mehr um diese Bänder abzuspielen. Erst Mitte der 90iger Jahre gelang mir, das auf privater Ebene, die Aufnahmen dieser Sitzung zu digitalisieren und sie wurden von mir auf CD‘s kopiert.

Diese CD’s habe ich im vorigen Jahr anlässlich des 100 jährigen Jubiläums des Museums Strausberg der Leiterin für den Museumsfundus übergeben. Ich kann mir vorstellen, dass wer also Interesse hat zu erfahren, was im November 1989 in der Stadtverordnetenversammlung geredet, beraten und entschieden wurde, kann sich das sicher im Museum anhören.